Russischer Getreidefrachter im Asowschen Meer gesunken
Im Asowschen Meer ist nach Angaben russischer Besatzungsbehörden ein mit Getreide beladener Frachter gesunken. Mindestens ein Seemann sei gestorben, zwei Männer würden noch vermisst, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Gebiets Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS meldete unter Berufung auf eigene Quellen, dass das Schiff von einer Drohne getroffen worden sei. Es gebe insgesamt zwei Tote.
Das Schiff vom Typ Wolgo-Balt habe Weizen an Bord gehabt, teilte Saldo weiter mit. Neun Mitglieder der Schiffsbesatzung hätten sich an die Küste des Gebiets Cherson retten können. "Den Seeleuten wird die notwendige medizinische und psychologische Hilfe zuteil." Saldo veröffentlichte auch Fotos der Geretteten. "Die Umstände des Vorfalls werden derzeit geklärt, es laufen Ermittlungen", sagte Saldo.
Das Gebiet Cherson im Süden der Ukraine wird zum größten Teil von russischen Besatzern verwaltet, die gleichnamige Gebietshauptstadt aber steht unter Kontrolle Kiews. In der Region toben schwere Kämpfe. Die Ukraine hatte im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges die Kontrolle über ihren Teil des Asowschen Meeres verloren. Kiew greift in den Gewässern immer wieder russische Schiffe an. In der Vergangenheit sind bereits Ölfrachter gesunken.
Kiew wirft Moskau außerdem vor, Getreide in den besetzten Gebieten von Cherson von den Bauern zu stehlen, um es auf den Weltmärkten zu verkaufen. Der Weizen-Frachter sank laut Medien 300 Seemeilen nördlich der Stadt Kertsch, die auf der von Russland schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim liegt.
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