Politik | Ausland
14.07.2018

Rom bittet EU um Unterstützung für evakuierte Migranten

Brief an Juncker und Tusk. Kontakte mit Mitgliedsstaaten für Lösung im Fall der 450 aufgegriffenen Flüchtlinge.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hat in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk sowie an die Regierungschefs der EU-Länder um Unterstützung im Umgang mit den 450 Migranten gebeten, die sich an Bord von zwei Schiffen der italienischen Küstenwache befinden. Conte forderte Solidarität mit Italien ein.

Beim EU-Gipfeltreffen am 28. und 29. Juni in Brüssel habe man sich auf das Prinzip der Solidarität verständigt, hieß es im Schreiben. Italien sei nicht mehr willig, sich allein um die Flüchtlingsproblematik zu kümmern, die alle EU-Länder betreffe, argumentierte Conte.

Italien bemühe sich um ein Abkommen mit den anderen EU-Ländern für die sofortige Umverteilung der 450 Migranten. Sollte es von den EU-Partnern keine Antwort geben, werde Italien den Migranten keine Genehmigung zur Landung erteilen, betonte Conte laut Medienangaben.

Salvini bekräftigte, dass Migranten künftig nur noch über legale Wege nach Italien einwandern sollen. Seit seinem Amtsantritt als Innenminister Anfang Juni sei die Zahl der Migrantenankünfte gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 um 27.000 Personen zurückgegangen. "Wir wollen weiterhin für dieses Resultat arbeiten, wir dürfen keine Schwäche zeigen", sagte Salvini.

Malta hatte am Freitagvormittag angekündigt, dass es sich nicht zur Aufnahme der 450 Migranten einschalten werde, die sich an Bord eines von Libyen abgefahrenen Fischerbootes befanden. Sie wurden dann am Samstag an Bord zweier Schiffe der italienischen Küstenwache genommen. Acht Migranten wurden zur ärztlichen Behandlung auf die Insel Lampedusa gebracht.