Eine "Black Lives Matter" Demonstration in Athen.

© REUTERS/ALKIS KONSTANTINIDIS

Politik Ausland
06/03/2020

Proteste gegen Rassismus in Europa

Zehntausende Menschen erinnerten an den Tod von George Floyd, vereinzelt kam es zu Ausschreitungen.

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA kommt es auch in Europa verstärkt zu Protesten. Zehntausende demonstrierten am Mittwoch in London, Rotterdam, Athen und Stockholm gegen Rassismus. Dabei brachen am Rande mitunter Krawalle aus.

Allein in London versammelten sich Zehntausende Menschen. Die Veranstaltung verlief weitgehend friedlich. Nur vor dem Amtssitz von Premierminister Boris Johnson kam es zu kurzen kleineren Handgemengen zwischen einigen Protestierenden und Polizisten.

In der niederländischen Hafenstadt Rotterdam dagegen schlug ein Protestzug in Gewalt um, als die Polizei die Tausenden Teilnehmer wegen Verstößen gegen die Corona-Abstandsregeln dazu aufrief, nach Hause zu gehen. Kleine Gruppen schlugen daraufhin Fensterscheiben ein und zerstörten Restauranteinrichtungen, wie die Polizei mitteilte.

Brandsätze und Tränengas

In der griechischen Hauptstadt Athen versuchten Demonstranten Brandsätze auf die stark bewachte US-Botschaft zu werfen, wie Reuters-Augenzeugen berichteten. Die Polizei reagierte mit Tränengasbeschuss. Sie schätzte die Zahl der Demonstranten auf mehr als 3.000. Auch in der schwedischen Hauptstadt kamen Tausende Menschen zu einer Anti-Rassismus-Demo zusammen.

Auf der Kundgebung im Londoner Hyde Park riefen Demonstranten "Das Leben von Schwarzen z√§hlt" und "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden". Viele der Teilnehmer trugen Schutzmasken und waren in Rot gekleidet. Einige hielten Plakate in die H√∂he mit Aufschriften wie "Gro√übritannien ist nicht unschuldig: weniger rassistisch ist immer noch rassistisch" oder "Wenn Du nicht w√ľtend bist, schaust Du einfach nicht hin". Manche Demonstranten beschimpften US-Pr√§sident Donald Trump und den britischen Premier Johnson in Sprechges√§ngen. Floyd war am 25. Mai in Minneapolis gestorben, nachdem ein Polizist minutenlang auf seinem Hals gekniet hatte.

Struktureller Rassismus

"Das hat sich √ľber Jahre aufgebaut, √ľber Jahre und Jahre und Jahre der wei√üen Vorherrschaft", sagte die 30-j√§hrige Projektmanagerin Karen Koromah. "Wir sind mit unseren Freunden hergekommen, um Alarm zu schlagen, Krach zu machen und Strukturen der wei√üen Vorherrschaft zu zerst√∂ren." Wenn in Gro√übritannien nichts geschehe, werde es dort √§hnliche Probleme wie in den USA geben. "Ich will nicht in Tr√§nen ausbrechen", sagte sie √ľber die Bilder aus den USA. "Es bringt mein Blut zum Kochen."

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