Politik | Ausland
05.08.2018

Portland: Heftige Krawalle bei Aufmarsch von Rechtsextremen

Laut Polizei flogen bei den Kundgebungen am Samstag im Bundesstaat Oregon Steine und Flaschen.

Anhänger rechtsextremer Gruppen und linke Gegendemonstranten haben sich in der US-Westküstenstadt Portland gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Laut Polizei flogen bei den Kundgebungen am Samstag im Bundesstaat Oregon Steine und Flaschen. Die Sicherheitskräfte ordneten daraufhin die Auflösung der Demonstrationen an.

Linke Aktivisten beschuldigten die Polizei, gezielt eine Eskalation herbeigeführt zu haben.

Die rechtsextremen Gruppen Patriot Prayer und Proud Boys hatten zu einer Demonstration in einem Park aufgerufen, um den Patriot-Prayer-Gründer Joey Gibson zu unterstützen. Gibson kandidiert für die Republikanische Partei von US-Präsident Donald Trump für einen Sitz im US-Senat.

Demonstranten als Clowns verkleidet

Gegner des rechten Aufmarschs hatten zu einer eigenen Kundgebung aufgerufen. An der Gegenkundgebung beteiligten sich auch Musiker, Demonstranten erschienen in Clown-Kostümen.

Videos zeigten Hunderte Demonstranten und starke Polizeieinheiten. Auch Rauchwolken waren auf den Aufnahmen zu sehen. Die Sicherheitskräfte lösten die Kundgebung nach den Stein- und Flaschenwürfen auf. Die Polizei beschlagnahmte nach eigenen Angaben Feuerwerkskörper.

Die Organisatoren der Gegenkundgebung erhoben im Anschluss schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die Demokratischen Sozialisten Amerikas schrieben im Kurzbotschaftendienst Twitter, Polizisten hätten "ohne Warnung" mit Blendgranaten auf die "antifaschistische Gruppe" geschossen. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage eskalieren lassen und eine "gefährliche Situation" herbeigeführt.

Strenge Kontrollen

Die Polizei hatte die Teilnehmer der Kundgebungen im Vorfeld dazu aufgerufen, keine Schusswaffen mitzunehmen. Zudem waren strenge Kontrollen an den Eingängen des Parks angekündigt, in dem die Demonstration stattfand. Dabei sollten auch Sprengstoff-Spürhunde zum Einsatz kommen.

Die Behörden hatten befürchtet, dass es zu ähnlichen Szenen kommen könnte wie bei einem Aufmarsch von Rechten in Charlottesville im vergangenen Jahr. Damals hatte ein Rechtsextremer einen Wagen in die Gegendemonstranten gelenkt, eine Frau wurde getötet.