Peru: Erst Hoffnungsträger, dann Präsident und am Ende in U-Haft

Pedro Castillo, von den eigenen Leibwächtern an der Flucht gehindert
Präsidenten werden regelmäßig ein Fall für die Justiz – auch Pedro Castillo.

Das vorerst letzte Bild von Pedro Castillo zeigt ihn eingepfercht zwischen zwei Uniformierten auf der Rückbank eines Kleintransporters. Bei den Sicherheitsleuten soll es sich um seine Leibwächter gehandelt haben. Auch die stellten sich am Ende eines historischen wie turbulenten Tages gegen den peruanischen Präsidenten, der nicht nur die Macht, sondern auch noch die Freiheit verlor.

Der Tag begann mit einem Paukenschlag: Präsident Castillo eröffnete der verdutzten Öffentlichkeit Mitte der Woche, dass er das frei gewählte Parlament aufzulösen gedenke – wenige Stunden bevor es über einen Misstrauensantrag abstimmen sollte. Doch die Aktion war so schlecht vorbereitet, dass nicht nur seine erschrockene Vizepräsidentin Dina Boluarte, sondern auch nahezu das gesamte Kabinett sofort den Rücktritt erklärte. Der übereinstimmende Tenor: Da machen wir nicht mit.

Nun begann ein Wettrennen gegen die Uhr: Castillo wusste, dass seine Felle davon schwimmen. Er verlor die Abstimmung im Parlament und versuchte, in die mexikanische Botschaft zu fliehen. Vergeblich, auch seine Leibwächter spielten nicht mit und verhinderten die Flucht.

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