Muss Kritik von Parteikollegin einstecken: Beatrix von Storch.

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Politik Ausland
11/22/2019

Parteifreundin blamiert AfD-Politikerin von Storch

Landtagsabgeordnete Dworeck-Danielowski ließ in einer "ZDF"-Talkshow die übliche Solidarität unter Parteikollegen beiseite.

In der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" ging es am Donnerstag um das emotionale Thema "Armutsrisiko Familie - heute Eltern, morgen arm?" Wie auch hierzulande liegen bei der Kinderbetreuung zwischen den deutschen Parteien geradezu Welten. Streitpunkt ist etwa das Angebot von Kindertagesstätten (Kitas).

Dementsprechend flogen auch zwischen SPD-Familienministerin Franzika Giffey und der AfD-Abgeordneten Iris Dworeck-Danielowski aus Nordrhein-Westfalen im ZDF-Talk die Fetzen. Schließlich steht die AfD für eine Familienpolitik, die von den Grünen, der SPD und Teilen der CDU als rückschrittlich betrachtet wird: Die ideale Rolle der Frau sei jene als Ehefrau und Mutter, sagen die Rechten.

Allerdings gibt es auch innerhalb der AfD Abstufungen, wie sich bei "Maybrit Illner" zeigte. Dort holte AfD-Familienpolitikerin Dworeck-Danielowski zum verbalen Schlag gegen ihre eigene Parteikollegin Beatrix von Storch aus.

Zuvor hatte das ZDF eine Rede der stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden von Storch eingespielt. "Die Politik will Mütter am liebsten abschaffen und durch den Staat ersetzen. Wer seine Kinder zuhause betreuen möchte, macht sich fast schon verdächtig. Das Ideal ist heute die rundum staatliche Ganztagsbetreuung und Ganztagsindoktrination", sagte die Hardlinerin damals.

"Was soll der Quatsch"

"Kommen Sie zu derselben Einschätzung?", fragte Moderatorin Illner ihren Gast Dworeck-Danielowski. "Ich würde es mit Sicherheit etwas differenzierter betrachten", antwortete diese und legte nach: "Frau von Storch hat meiner Kenntnis nach auch keine Kinder und kennt vielleicht das Kita-Leben nicht so gut aus der eigenen Erfahrung. Das muss man einfach mal zugeben, was soll der Quatsch."

Dennoch müsse man die Sache kritisch betrachten, sagte Dworeck-Danielowski: "Wenn die Kinder acht Stunden oder noch länger in der Kita sind, haben natürlich auch die Erzieherinnen und die Ausrichtung der Kita einen Einfluss auf die Erziehung des Kindes. Wenn ich als Mutter mein Kind nur noch abends zu Bett bringe und morgens dorthin fahre, bleiben zwei, drei Stunden am Tag und mein Einfluss kann schwinden."

SPD-Ministerin Giffey sah das von der AfD propagierte Ideal der Großfamilie kritisch: "Viele Großeltern wohnen nicht um die Ecke und dann funktioniert die Geheimwaffe Oma nicht", betonte sie in der Talkshow. Auch habe die Koalition von SPD und CDU/CSU schon viel für Deutschlands Familien auf den Weg gebracht, zählte Giffey beispielsweise "Kindergeld, Wohngeld, Unterhaltsvorschuss und den Kinderzuschlag" auf.

"Maybrit Illner", Sendung vom 21. 11. (Dworeck-Danielowski vs. von Storch ab 22.26)

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