Politik | Ausland
18.05.2018

Paris verhängt Sanktionen wegen Chemiewaffen in Syrien

Das Vermögen von neun Firmen aus Syrien, dem Libanon und China wurde für die Dauer von sechs Monaten eingefroren.

Frankreich hat im Zusammenhang mit mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsätzen in Syrien Sanktionen gegen mehrere Unternehmen und Verantwortliche verhängt. Das Vermögen von neun Firmen aus Syrien, dem Libanon und China wurde für die Dauer von sechs Monaten eingefroren, wie Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire und Außenminister Jean-Yves Le Drian am Freitag mitteilten.

Die Unternehmen und Verantwortlichen sollen demnach mit einem staatlichen syrischen Forschungszentrum zusammengearbeitet haben. Die französischen Minister bezeichneten die Institution als "das wichtigste syrische Labor für die Entwicklung und Produktion nicht-konventioneller Chemiewaffen".

Konferenz gegen Straflosigkeit

In Paris wollten am Freitag Vertreter aus rund 30 Ländern auf einer Konferenz gegen Straflosigkeit bei Chemiewaffen-Einsätzen zusammenkommen. Daran nimmt neben Le Drian auch der britische Außenminister Boris Johnson teil.

Frankreich, die USA und Großbritannien werfen der syrischen Regierung den Einsatz von Giftgas gegen die eigene Bevölkerung vor. Die Streitkräfte der drei Länder bombardierten deshalb im April mutmaßliche Standorte der syrischen Chemiewaffenproduktion. Die Regierung in Damaskus gibt dagegen an, seit einem Abkommen von 2013 über keine solchen Kampfstoffe mehr zu verfügen.