Politik | Ausland
26.07.2018

Paris: Ermittlungen wegen Gewalt gegen Polizisten am 1. Mai

Video zeigt Paar bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen wegen mutmaßlicher Gewalt gegen Polizisten am Rande einer Maikundgebung in der französischen Hauptstadt eingeleitet. Die Ermittlungen richteten sich gegen alle Verdächtigen, die am 1. Mai in der Nähe des Contrescarpe-Platzes an den Ausschreitungen beteiligt waren, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Darunter ist auch das Paar, das Videoaufnahmen zufolge von einem ehemaligen Sicherheitsmitarbeiter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron verprügelt wurde.

Das Video, das die Zeitung " Le Monde" vor einigen Tagen veröffentlicht hatte, zeigt, wie Macrons damaliger Mitarbeiter Alexandre Benalla Demonstranten heftig angeht und schlägt. Benalla trug dabei einen Polizeihelm und eine Polizei-Armbinde, obwohl er nicht Polizist ist.

Ein neues Video zeigt nun, wie die beiden Opfer Benallas am Rand der Demonstration ihrerseits Polizisten angreifen. Die Aufnahmen hatten die neuen Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft ausgelöst. Dabei beteiligte sich das Paar nach Angaben seines Anwalts zunächst gar nicht an der Maikundgebung. Die beiden seien aber bei den Krawallen ins Visier der Sicherheitskräfte geraten und hätten diese daraufhin mit Gegenständen beworfen.

Insgesamt wurden bei den Zusammenstößen auf dem Contrescarpe-Platz 31 Verdächtige festgenommen, darunter das Paar. Nach wenigen Stunden wurden jedoch alle wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Paar hatte zunächst keine Anzeige erstattet, hofft nun aber, im Rahmen der Ermittlungen als Opfer von "Polizeigewalt" anerkannt zu werden.

Macron geriet in der Affäre um seinen prügelnden Ex-Mitarbeiter zuletzt stark unter Druck. Bei einem nicht-öffentlichen Treffen seiner Partei La Republique en Marche (LREM) übernahm er zwar die Verantwortung für den Skandal. Am Donnerstag bezeichnete er die Affäre allerdings als "Sturm im Wasserglas". Benalla selbst gestand in einem Interview mit "Le Monde" ein, er habe einen "Fehler" begangen.