Orbán bezeichnet die Ukraine als "Feind"
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban
Zusammenfassung
- Viktor Orban bezeichnete die Ukraine in einer Wahlkampfrede als "Feind" wegen deren Forderungen nach einem Ende ungarischer Importe von russischer Energie.
- Ungarn bleibt unter Orban weiterhin abhängig von russischem Gas und Öl und unternimmt keine Anstrengungen, diese Abhängigkeit zu verringern.
- Vor den Parlamentswahlen am 12. April liegt Herausforderer Peter Magyar mit seiner Tisza-Partei in Umfragen vor Orbans Fidesz-Partei.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat die von Russland angegriffene Ukraine als "Feind" bezeichnet. "Die Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird", sagte der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen Stadt Szombathely.
"Solange die Ukraine das tut, ist sie unser Feind", fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI hinzu.
Orban gilt als engster Verbündeter des Kremlchefs Wladimir Putin in der EU. Sein Land ist in hohem Maße von russischen Gas- und Erdöllieferungen abhängig.
Anders als die anderen EU-Länder unternahm Ungarn unter Orban keine ernsthaften Anstrengungen, um sich aus der russischen Energieabhängigkeit zu lösen.
Am 12. April stehen in Ungarn Parlamentswahlen an. Erstmals in seiner 16-jährigen Amtszeit sieht sich Orban einem chancenreichen Herausforderer gegenüber. Der bürgerlich-konservative Peter Magyar, ein Renegat aus den eigenen Reihen, liegt mit seiner Tisza-Partei in den Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr deutlich vor Orbans Fidesz-Partei.
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