Politik | Ausland
26.09.2018

Online-Petition für inhaftierten Österreicher in Ankara

Bisher mehr als 450 Unterstützer für die Freilassung des in U-Haft sitzenden Journalisten.

Verwandte und Freunde des in der Türkei inhaftierten österreichischen Journalisten Max Zirngast haben eine Online-Petition gestartet. Darin wird die sofortige Freilassung des Österreichers gefordert und die Bundesregierung und Diplomatie dazu aufgerufen, "nichts unversucht" zu lassen, um die Freilassung zu erreichen. Bis Mittwoch hatten mehr als 450 Menschen die Petition unterzeichnet.

Ihre Solidarität mit dem Studenten und Journalisten drückten bereits am Freitag zahlreiche Mitarbeiter und Studierende der Uni Wien aus. Für Mittwochabend wurde von Unterstützern des Inhaftierten außerdem der Start einer Solidaritätskampagne in Wien angekündigt. Ziel sei es, "zivilgesellschaftlichen Druck auf die politischen Instanzen auszuüben und die Situation (des inhaftierten Österreichers, Anm.) auch weiterhin und kontinuierlich sichtbar zu machen", erklärte Joan Adalar vom Magazin re.volt, für das auch der Inhaftierte schreibt, am Mittwoch.

Thema könnte die Festnahme des Österreichers auch bei einem Treffen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Außenministerin Karin Kneissl ( FPÖ) mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Mittwochabend am Rande der UNO-Vollversammlung in New York gewesen sein.

Zirngast war vor zwei Wochen in Ankara festgenommen worden. Vergangenen Freitag wurde U-Haft verhängt. Anklage gegen ihn wurde bisher nicht erhoben. Der Verdacht gegen den Aktivisten laute auf Mitgliedschaft in einer linksgerichteten "terroristischen Vereinigung", sagten seine Anwälte. Bei einer Verurteilung drohen dem 29-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.