Schwere Verstöße gegen Richtlinien: ZDF zieht Korrespondentin ab
Das Logo des Fernsehsenders ZDF an einer Glasfassade.
Das ZDF hat seine New York-Korrespondentin Nicola Albrecht nach einem fehlerhaften Beitrag mit sofortiger Wirkung abberufen. Unter anderem hatte sie den Angaben nach mit Künstlicher Intelligenz (KI) generiertes Material genutzt.
Nicola Albrecht: Video verstößt gegen ZDF-Richtlinien
Bei der Überprüfung sei man zu dem Schluss gekommen, dass „die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen“, hieß es in einer Mitteilung des Senders.
Die Korrespondentin hatte den Angaben zufolge für die Redaktionen Mittagsmagazin und heute journal über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet. Der Beitrag für das Mittagsmagazin sei nicht zu beanstanden gewesen, sei jedoch von der Korrespondentin für das heute journal angepasst worden.
Völlig anderer Kontext
„In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz“, hieß es in der Mitteilung. Davon habe eine Szene aus einem völlig anderen Kontext gestammt, die andere Szene sei KI-generiert gewesen. Das ZDF erläuterte, dass das KI-generierte Material nicht ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung hätte verwendet werden dürfen. „Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt“, hieß es.
Der Schlussredaktion des heute journals hätte dies bei der Abnahme des Beitrags auffallen müssen. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten sagte laut der Mitteilung, dass es im Kern um die Glaubwürdigkeit der ZDF-Berichterstattung gehe.
„Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.“
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