Politik | Ausland
22.11.2018

Neue Vorwürfe: Saudische Behörden lassen Aktivistinnen foltern

Mit Methoden wie Schlafentzug und elektrischen Schocks werden Frauen im Gefängnis misshandelt.

Elektroschocks und Peitschenhiebe

Amnesty International berichtet von unmenschlichen Methoden in saudischen Gefängnisse.

Elektroschocks und Peitschenhiebe

Die im Gefängnis von Dhahban am Roten Meer inhaftierten Aktivisten, unter ihnen auch Frauen, hätten wiederholt Elektroschocks und Peitschenhiebe aushalten müssen, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Dienstag unter Berufung auf drei verschiedene Zeugenaussagen. Einige von ihnen hätten danach nicht mehr stehen oder gehen können.

Mindestens ein inhaftierter Aktivist sei demnach am Plafond aufgehängt worden, eine Frau sei von maskierten Vernehmern sexuell belästigt worden.

"Nur ein paar Wochen nach der skrupellosen Ermordung von Jamal Khashoggi zeigen diese schockierenden Berichte über Folter, sexuelle Belästigung und andere Formen der Misshandlung, sofern sie sich bestätigen, weitere ungeheuerliche Menschenrechtsverletzungen durch die saudi-arabischen Behörden", erklärte die Amnesty-Forschungsdirektorin für den Nahen Osten, Lynn Maalouf.

Die Aktivistinnen und Aktivisten würden festgehalten, obwohl sie nur friedlich ihre Meinung gesagt hätten - und seien "auch noch abscheulichem körperlichem Leid ausgesetzt", fügte sie hinzu.

Gegenüber der Washington Post gab ein saudischer Beamte zu Protokoll, der Gebrauch von Foltermethoden sei verboten und würde vom Königreich auch nicht geduldet.

Kurz vor der historischen Aufhebung des Fahrverbots für Frauen in dem Königreich waren im Mai mehr als ein Dutzend Menschenrechtsaktivisten festgenommen worden, darunter vor allem Frauenrechtlerinnen, die lange gegen das Fahrverbot gekämpft hatten. Den meisten wurde "Gefährdung" der öffentlichen Sicherheit und Unterstützung von Staatsfeinden vorgeworfen. Mehrere von ihnen wurden inzwischen wieder freigelassen.