Nervosität bei Karnevalsumzügen

Drei Karnevalswagen-Figuren mit den Aufschriften „Terror…“, „…hat nichts…“ und „…mit Religion zu tun“.
Trotz jüngster Anschläge fanden die Rosenmontagsumzüge statt - samt "Charlie Hebdo"-Wagen.

Die Rosenmontagsumzüge im Rheinland fanden trotz der jüngsten islamistischen Terrorakte wie geplant statt. Und sie kommentierten diese auch auf ihren Motivwagen.

In Düsseldorf fuhren vier Wagen mit, die das islamistische Attentat in Paris auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die Kopenhagener Attentate thematisierten. "Satire kann man nicht töten", war die Sprechblase auf einem der Wagen. Ein anderer zeigte zwei Skelette beim Armdrücken, eines für den "Islamischen Staat" und eines für El Kaida.

In Köln warb ein Wagen mit einem abrasierten Wald aus Bleistiften für die Satire mit dem Spruch "Narrenfreiheit". Bis kurz vor dem Start hatten die Organisatoren aus Sicherheitsgründen noch damit gezögert.

Das häufig verkleidete Publikum ließ sich von der latenten Gefahr nicht abschrecken. Seine Zahl war kaum geringer als sonst, auch in Mainz gab es keine Störung.

In Braunschweig war am Sonntag der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands kurz vor dem Start abgesagt worden (mehr dazu lesen Sie hier). Die Behörden hatten aus glaubhafter Quelle den Hinweis bekommen, dass ein Anschlag von Islamisten konkret auf den Umzug geplant sei. Braunschweig und das fünfzig Kilometer entfernte Wolfsburg sind Hochburgen der deutschen islamistischen Szene.

Was die Situation in Österreich anbelangt, meinte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Montag nach den Terror-Anschlägen in Kopenhagen, dass die Sicherheitsstufe weiter erhöht bleibe. Jedoch müsse die Gefahreneinschätzung neu bewertet werden. Es bestehe Anlass zur Sorge, nicht aber zu Panik. Bisher seien 190 Menschen aus Österreich in den Dschihad gezogen. Davon seien 60 bis 70 wieder zurückgekehrt.

Kommentare