Moria: Slowenien und Kroatien nehmen Kinder auf
Anders als Österreich und die Staaten der Visegrad-Gruppe beteiligen sich Slowenien und Kroatien an der Initiative einiger EU-Staaten zur Aufnahme von Bewohnern des niedergebrannten griechischen Flüchtlingslagers Moria. Laut Medienberichten vom Samstag sollen vier bzw. zwölf Kinder aufgenommen werden.
Slowenien sei bereit, vier unbegleitete Jugendliche aufzunehmen, hieß es vom Innenministerium in Ljubljana gegenüber der Nachrichtenagentur STA. Die kroatische Tageszeitung "Vecernji List" berichtete unter Berufung auf das dortige Innenministerium, dass das jüngste EU-Mitglied zwölf unbegleitete Mädchen aufnehmen werde.
Beide Länder haben konservativ geführte Regierungen, die eher dem Lager der Hardliner in Flüchtlingsfragen innerhalb der EU zugerechnet werden. So hob der slowenische Ministerpräsident Janez Janša am Dienstag nach einem Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Ljubljana hervor, dass Slowenien und Österreich in der Migrationsfrage den gleichen Standpunkt hätten.
Über die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU könne man erst reden, wenn die Frage des Außengrenzschutzes gelöst sei, sagte Janša.
Die ÖVP-geführte österreichische Bundesregierung lehnt eine Aufnahme von Migranten aus Moria aus grundsätzlichen Gründen ab. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wandte sich in einer am heutigen Samstag veröffentlichten Videobotschaft in Anspielung auf die europäische Initiative zur Flüchtlingsaufnahme auch gegen "Symbolpolitik" und plädierte stattdessen für "Hilfe vor Ort" sowie einen besseren Schutz der europäischen Außengrenzen.
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