Thailand: Mindestens 55 Verletzte bei gewaltsamen Ausschreitungen

Demonstranten verwenden aufblasbare Gummienten als Schutzschilde gegen Wasserwerfer bei einem Anti-Regierungs-Protest vor dem Parlament in Bangkok.
Sechs Menschen erlitten Schusswunden. Polizei bestreitet Einsatz von scharfer Munition.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist es bei Protestkundgebungen vor dem Parlament zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Regierungsanhängern und der Polizei gekommen. Nach Angaben des Erawan Medical Center in Bangkok seien mindestens 55 Menschen verletzt worden. Mindestens 32 litten an den Folgen des Einsatzes von Tränengas und sechs Menschen würden Schusswunden aufweisen.

Demonstranten in Thailand werden mit Wasserwerfern beschossen.

"Ich kündige hiermit die Eskalation der Proteste an. Wir werden nicht nachgeben. Es wird keinen Kompromiss geben", rief Regierungskritiker Parit "Penguin" Chiwarak der Menge vor den Toren des Parlaments zu, bevor sich die Demonstranten zerstreuten. Regierungssprecher Anucha Burapachaisri sagte, die Polizei sei gezwungen gewesen, Tränengas und Wasserwerfer einzusetzen, um die Sicherheit der Parlamentarier zu gewährleisten. Die Polizei bestritt, das Feuer mit scharfer Munition oder Gummigeschoßen eröffnet zu haben.

Demonstrationen während der Parlamentssitzung zur Neufassung der Verfassung.

Die regierungskritischen Demonstranten fordern Änderungen an der Verfassung, die auf eine Militärregierung zurückgeht. Daneben verlangen sie den Rücktritt von Ministerpräsident Prayuth Chan-ocha, dem ehemaligen Chef der Militärjunta, und eine Begrenzung der Macht von König Maha Vajiralongkorn. Die Zusammenstöße vom Dienstag waren der schlimmste Gewaltausbruch in Thailand seit dem Aufkommen der Protestbewegung im Juli.

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