"Kartell-Bosse befehlen ihr": Musk schießt gegen Mexikos Präsidentin
Zusammenfassung
- Mexikos Präsidentin Sheinbaum erwägt rechtliche Schritte gegen Elon Musk wegen dessen Unterstellung von Kartell-Verbindungen.
- Musk hatte nach dem Tod eines Kartellbosses Sheinbaum auf X beschuldigt, im Sinne von Kartellen zu handeln; Sheinbaum betonte ihre Friedenspolitik.
- Eine Klage gegen Musk wäre in den USA schwierig, da dort strenge Gesetze zur Meinungsfreiheit gelten.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erwägt rechtliche Schritte gegen den Tech-Milliardär Elon Musk, nachdem dieser ihr auf seiner Online-Plattform X Verbindungen zu Drogenkartellen unterstellt hatte. Er hatte behauptet, Sheinbaum sage, "was ihre Kartell-Bosse ihr zu sagen befehlen". "Wir prüfen, ob wir rechtliche Schritte einleiten", sagte Sheinbaum am Dienstag auf ihrer täglichen Pressekonferenz. Anwälte der Regierung würden die Angelegenheit prüfen.
Rückkehr zum "Krieg gegen die Drogen"
Der Kommentar Musks erfolgte, nachdem mexikanische Sicherheitskräfte am Sonntag den Anführer des Jalisco-Kartells, Nemesio Oseguera, getötet hatten. Musk reagierte damit auf ein Video aus dem vergangenen Jahr, in dem sich Sheinbaum zur Gewalt der Kartelle äußerte. In dem Video hatte sie eine Rückkehr zum "Krieg gegen die Drogen" als nicht machbar bezeichnet. Die von Ex-Präsident Felipe Calderon 2006 begonnene Militäroffensive gegen die Kartelle hatte zu blutigen Revierkämpfen und einer Gewaltspirale geführt, die von vielen Analysten als Ursache für die bis heute hohen Mordraten angesehen wird. "Wir streben nach Frieden, nicht nach Krieg", sagte Sheinbaum.
Mehr als 130.000 Menschen vermisst
Die Vorsitzende der Regierungspartei MORENA, Luisa Alcalde, kritisierte Musk ebenfalls. "Reichtum verleiht keine moralische Autorität", schrieb sie auf X. In Mexiko gelten mehr als 130.000 Menschen als vermisst. Ein Großteil der Gewalt wird Drogenkartellen zugeschrieben, die ihre Drogen in die USA verkaufen und von dort Waffen beziehen. Eine Verleumdungsklage gegen Musk in den USA dürfte für Sheinbaum jedoch schwierig werden. Dort gelten strenge Gesetze zum Schutz der freien Meinungsäußerung. Um einen Prozess zu gewinnen, müsste sie nachweisen, dass Musk wissentlich eine Falschaussage traf oder die Wahrheit rücksichtslos missachtete.
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