© APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT

Politik Ausland
10/06/2019

Messerattacke auf Polizisten: Geheimdienste prüfen

Innenminister Castaner muss nächste Woche den Fragen von Abgeordneten der Nationalversammlung Rede und Antwort stehen.

Nach der Messerattacke in der Polizeipräfektur in Paris soll untersucht werden, ob Anzeichen einer Radikalisierung des Tatverdächtigen erkennbar waren. Er habe die Geheimdienstaufsicht gebeten, eine eingehende Überprüfung der Aufdeckung und Behandlung von Radikalisierungsprozessen in allen an der Terrorismusbekämpfung beteiligten Geheimdiensten durchzuführen, erklärte Premierminister Edouard Philippe am Sonntag auf Twitter.

Die Prüfung solle zeigen, ob die Erkennungs- und Meldewerkzeuge in der Geheimdienstabteilung der Polizeipräfektur vorhanden waren und funktionierten, so Philippe. Ein "Null-Risiko" gebe es nie, schrieb der Premier. "Aber wir müssen immer die Maschen des Netzes enger machen."

Der Angreifer, der am Donnerstag im Polizeihauptquartier in der französischen Hauptstadt vier Menschen mit einem Messer tötete, hatte der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft zufolge Kontakt zu mutmaßlich salafistischen Kreisen. Der 45-Jährige war demnach vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert und hatte in den Stunden vor der Tat religiöse Nachrichten mit seiner ebenfalls muslimischen Ehefrau ausgetauscht. Der Angreifer wurde erschossen.

Innenminister wird befragt

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner soll einem Bericht zufolge nach der tödlichen Messerattacke in der kommenden Woche Parlamentariern Rede und Antwort stehen. Der Minister werde in den kommenden Tagen von vier Abgeordneten der Nationalversammlung und vier Senatoren befragt, berichtete der Fernsehsender BFMTV am Sonntag in Berufung auf Parlamentskreise.

Die Anhörung soll demnach unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Ein Polizeimitarbeiter hatte am Donnerstag vier seiner Kollegen in der Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt mit einem Messer getötet und war dann erschossen worden.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gibt es Hinweise auf ein terroristisches Motiv der Tat. Bei der Befragung Castaners dürfte es auch darum gehen, ob er die Wahrheit sagte, als er direkt nach dem Anschlag betonte, der 45-jährige Täter sei dahin nicht negativ aufgefallen. Oppositionspolitiker warfen dem Minister vor, dabei eine ihm bekannte mögliche Radikalisierung des mutmaßlichen Angreifers verschwiegen zu haben und forderten seinen Rücktritt. Die Republikaner in der Nationalversammlung kündigten an, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss beantragen zu wollen.

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