Politik | Ausland
11.05.2018

Merkel: Aufkündigung des Iran-Abkommens "Grund großer Sorge"

Die Aufkündigung des Abkommens durch Trump "verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung", sagte Merkel.

Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Aufkündigung des Iran-Abkommens durch US-Präsident Donald Trump "ein Grund großer Sorge, auch ein Grund von Bedauern".

Sicherlich sei das Abkommen "alles andere als ideal", sagte Merkel am Freitag beim deutschen Katholikentag in Münster. Und dennoch sei es nicht richtig eine vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebilligte Verabredung einseitig aufzukündigen.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hatte die Europäer zu größerer Unabhängigkeit gemahnt. "Es ist unsere verdammte Pflicht, für 500 Millionen Europäer alles zu tun, damit dieser Deal nicht zerbricht", sagte Asselborn am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

Schwerer Schaden

Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran habe der internationalen Gemeinschaft schweren Schaden zugefügt. Die Aufkündigung des Abkommens durch Trump "verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung", sagte Merkel.

Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin haben vor ihrem Treffen kommende Woche über das Atomabkommen mit dem Iran und die Ukraine-Krise beraten. Beide hätten bekräftigt, dass das Abkommen mit Teheran trotz des Ausstiegs der USA erhalten bleiben müsse, teilte der Kreml am Freitag in Moskau nach einem Telefonat der beiden mit. Das Gespräch fand demnach auf deutsche Initiative statt.

Treffen der Außenminister

Am kommenden Dienstag treffen sich zudem die Außenminister der europäischen Unterzeichnerstaaten mit ihrem iranischen Kollegen zu Beratungen in Brüssel. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini werde zunächst die Außenminister Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens empfangen, teilte deren Pressedienst am Freitag mit.

Später werde dann der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif dazustoßen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte, Zarif werde zuvor Besuche in Peking und Moskau absolvieren. Dabei werde er von einer iranischen Wirtschaftsdelegation begleitet.