May hofft auf die Abstimmung im britischen Parlament.

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Politik | Ausland
01/11/2019

Mays "Brexit-Deal wird scheitern"

Ex-Brexit-Minister Davis: Ungeregelter EU-Austritt "beherrschbar", schuld an dem Szenario wäre auch Merkel.

Der ehemalige britische Brexit-Minister David Davis ist überzeugt, dass das Unterhaus in London dem Brexit-Plan von Premierministerin Theresa May ein schnelles Ende bereiten wird. "Der Brexit-Deal wird scheitern", sagte Davis in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Und der Deal werde auch scheitern, "wenn man ihn, mit ein paar kosmetischen Korrekturen, ein zweites oder drittes Mal zur Abstimmung bringt", fügte der Ex-Minister hinzu.

"Lkw-Staus gut möglich"

Es gebe keinen Anlass, sich vor dem dann womöglich folgenden Chaos zu fürchten, so der Konservative. Er halte ein Ausscheiden aus der EU ohne jeden Deal für "beherrschbar".

"Gut möglich, dass wir Lkw-Staus haben werden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch feindselige Aktionen europäischer Staaten erleben. Aber was auch immer passiert, nach einem Jahr wird sich das alles gegeben haben." Anderslautende Vorhersagen seien "Angstmachergeschichten", meinte Davis.

Herbe Kritik an Deutschland

Deutschland und der EU warf Davis Kompromisslosigkeit im Umgang mit dem Vereinigten Königreich vor. "Europa war entschlossen, dafür zu sorgen, dass wir keinerlei Vorteile haben würden", sagt Davis. Während sein Land in den Brexit-Verhandlungen versucht habe, "einen guten Ausgang für alle Seiten" zu finden, habe Brüssel voll auf Härte gesetzt: "Tatsächlich sagte Frau Merkel, wenn ich mich richtig erinnere, sinngemäß, dass Großbritannien auf keinen Fall vom Brexit profitieren dürfe."

Davis war im Juli vergangenen Jahres aus Protest gegen den seiner Meinung nach zu nachgiebigen Brexit-Kurs von Premierministerin May zurückgetreten. Über den von ihr mit der EU ausgehandelten Scheidungsdeal wird das britische Parlament wohl am kommenden Dienstag abstimmen.