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Politik Ausland
03/31/2020

Matura in Coronazeiten: Wie andere Länder bei Prüfungen vorgehen wollen

Die Corona-Krise wirkt europaweit auf Schulabschlüsse ein: Manche Länder wollen Teile der Prüfung streichen oder sie verschieben.

Eines ist für angehende Maturanten in Österreich nun Gewissheit geworden: Nach Ostern geht der Unterricht nicht wieder los. Wann die Schulen wieder aufschließen und die Matura stattfindet, ist derzeit noch nicht absehbar. Es sind Fragen, die Schüler, Lehrer und Eltern auch in anderen Ländern Europas beschäftigen.

Im föderalistisch geprägten Deutschland diskutieren die Bundesländer seit Wochen nicht nur die Umsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus - auch die Vorgangsweise in Sachen Matura bzw. "Abitur", die die Länderchefs unterschiedlich organisieren. In Bundesländern wie Hessen und Rheinland-Pfalz lässt man die schriftlichen Prüfungen schreiben -  allerdings unter verschärften Hygienebedingungen. So sind die hessischen Schulen verpflichtet, die Prüfungsgruppen klein und die Abstände zwischen den Schülern während des Abiturs groß zu halten, um eine mögliche Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Der Eilantrag einer Schülerin auf Aussetzung der Abiturprüfung wegen einer drohenden Gesundheitsgefährdung durch das Coronavirus wurde vom  Wiesbadener Verwaltungsgericht abgelehnt.

Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben wiederum "ihre" Abi-Klausuren verschoben. Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) erklärte zudem, dass man wegen der unklaren Entwicklungen bei der Virusausbreitung weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfung 2020 nicht ausschließen kann.

Debatte um Notenverzicht in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat als erstes Bundesland sogar angekündigt, auf sämtliche schriftliche und mündliche Prüfungen verzichten zu wollen. Das wäre in Deutschland durchaus möglich, weil in die Abi-Note anders als in Österreich auch schulische Kursleistungen einfließen. Diese wollte Schleswig-Holstein als alleinige Notenbasis heranziehen. Allerdings wehrten sich andere Länder und Elternverbände dagegen, die eine einheitliche Vorgehensweise verlangen. Die Abitur-Note ist in Deutschland nämlich auch die Grundlage für den Numerus Clausus an den Universitäten. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) ruderte jedenfalls zurück: Die Abiturprüfungen würden wie geplant ab dem 21. April in Schleswig-Holstein stattfinden.

Irland: Alle positiv in Sprachen und Musik

In Irland, wo Teile der Reifeprüfung in Sprachfächern und Musik bereits in diesen Tagen beginnen hätte sollen, hat die Schulbehörde eine schülerfreundliche Regelung getroffen: Sie beschloss kurzerhand, allen Antretenden dafür die volle Punktezahl zuzuerkennen. Davon nicht berührt sind allerdings die anderen Reifeprüfungsteile, also die erst später anstehenden schriftlichen Prüfungen sowie Projektarbeiten.

Warum man genau diese Option gewählt hat? Eine Verschiebung hätte die Schüler monatelang in der Luft hängen gelassen, eine Abhaltung der Prüfungen per Videokonferenz die Technik vermutlich überfordert, ließ die Behörde wissen. Die Reifeprüfung wiederum einzig auf Basis der schriftlichen Leistungen zu bewerten wäre unfair gewesen, weil die Schüler im Schnitt bei den mündlichen und praktischen Teilen wesentlich höher scoren.

Die Slowakei hat wiederum den Ende März geplanten schriftlichen Teil der Reifeprüfung gestrichen. Damit will man verhindern, dass mehrere Schüler in einem Raum zusammentreffen.

Italien hält weiter an Termin fest

Im besonders hart getroffenen Italien ist die mit der österreichischen Zentralmatura vergleichbare, Mitte Juni geplante Maturita, bisher noch nicht abgesagt. Auch in Frankreich hält man am für Mitte Juni geplanten Bac fest.

Die Schulabschlussprüfungen in Italien sollen trotz Coronavirus-Krise nach derzeitigem Stand weiterhin stattfinden. Sollten die Schulen im Land wegen der Epidemie weiterhin geschlossen bleiben müssen, wäre das Schuljahr trotzdem gültig, erklärte Bildungsministerin Lucia Azzolina dem Sender RAI. Die Schließung der Schulen betreffe derzeit 8,3 Millionen Menschen. 67 Prozent aller Schulen würden Online-Unterricht anbieten, womit 6,7 Millionen Schüler weiterhin lernen könnten, sagte Azzolina. Der Unterricht soll wieder aufgenommen werden, sobald es die Bedingungen laut den Gesundheitsbehörden ermöglichen, so die Ministerin.

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