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Politik Ausland
03/12/2022

Mann schlug rechtsextremem Zemmour rohes Ei auf den Kopf

Der Vater eines autistischen Sohnes zückte ein Ei aus Protest wegen Zemmours diskriminierender Aussage über Menschen mit Beeinträchtigung.

Es erinnert an den Eierwurf von Halle, als Demonstranten den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl am 10. Mai 1991 aus Protest gegen seine Wirtschaftspolitik mit Eiern bewarfen.

Jetzt traf es den rechtsextremen französischen Präsidentschaftskandidaten Éric Zemmour, der Grund war jedoch ein ganz anderer: Weil sich Zemmour vor etwa zwei Monaten gegen die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung ausgesprochen und gefordert hatte, Kinder mit einer Beeinträchtigung sollten in gesonderten Schulen unterrichtet werden, hat ein 70-Jähriger ein rohes Ei gezückt. Dieses knallte er Zemmour auf den Hinterkopf, als dieser bei einem Medienauftritt aus dem Wagen stieg.

Der 70-Jährige wurde nach dem Vorfall am Samstag im südfranzösischen Moissac festgenommen. Der Mann gab an, aus tiefer Missbilligung über Aussagen Zemmours gehandelt zu haben. Der pensionierte Landwirt ist Vater eines autistischen Sohns.

Keine Anzeige

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, aus Zemmours Umfeld habe es geheißen, dass der Fall nicht zur Anzeige gebracht werden solle. Dem Rentner droht jedoch eine Art Staatsbürgerschaftskurs.

Frankreich wählt am 10. und am 24. April in zwei Runden ein neues Staatsoberhaupt. Zemmour liegt mit 12,5 Prozent in den Umfragen derzeit auf Platz drei hinter dem amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron mit mehr als 30 Prozent und der rechten Marine Le Pen mit etwa 18 Prozent.

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