Sebastian Kurz und Donald Trump

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Politik Ausland
02/22/2019

Umfrage zu Kurz bei Trump: Mehrheit sieht Besuch als "PR-Aktion"

31 Prozent denken, Besuch könnte nützlich gewesen sein - Meinungsforscher verteidigt nach Kritik Fragestellung.

57 Prozent der Österreicher sehen laut einer Umfrage den "15-minütigen Besuch" von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei US-Präsident Donald Trump als PR-Aktion. Das ergab die Umfrage des Markt- und Meinungsforschers Peter Hajek für ATV, bei der 500 Teilnehmer befragt wurden. Allerdings hat das Treffen tatsächlich mehr als eine Stunde gedauert.

Hajek erklärte, angesprochen auf diese Fragestellung, dass die repräsentative Umfrage auf Basis von Medienberichten durchgeführt wurde, in denen ein 15-minütiges Gespräch zwischen Trump und Kurz angekündigt war. Die österreichischen Wahlberechtigten wurden also bereits vor dem Besuch in Washington befragt. Ermittelt wurde, welcher von zwei Meinungen sie sich anschließen.

"Zwar gehören Staatsbesuche zu den Aufgaben eines Bundeskanzlers, aber 15 Minuten sind zu wenig, um wichtige Themen anzusprechen. Das ist nur eine PR-Aktion von Sebastian Kurz", meinten 57 Prozent der Befragten. 31 Prozent hingegen waren der Ansicht: "Staatsbesuche gehören einfach zu den Aufgaben des Bundeskanzlers. Auch wenn die Unterredung nur 15 Minuten dauert, kann man das eine oder andere wichtige Thema ansprechen."

Hajek erklärte: "Grundsätzlich stehen die Wähler Auslandsbesuchen der österreichischen Staatsspitze positiv gegenüber - insbesondere dann, wenn man mit herzeigbaren Ergebnissen wie Wirtschaftsverträgen nach Hause kommt. Die Wähler haben aber trotzdem einen realistischen Blick auf die Dinge und wissen, dass es in 15 bis 30 Minuten um 'good mood' (gute Stimmung, Anm.) geht."

66 Minuten Außenpolitik

US-Präsident Trump hatte Bundeskanzler Kurz am Mittwoch im Weißen Haus empfangen. Nach einem Vier-Augen-Gespräch, das laut Bundeskanzleramt 30 Minuten gedauert hatte, fand ein Gespräch in größerer Runde mit Vizepräsident Mike Pence, Außenminister Mike Pompeo, Energieminister Rick Perry, Trumps Stabschef Mick Mulvaney, Sicherheitsberater John Bolton, Wirtschaftsberater Larry Kudlow und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner statt. Insgesamt dauerte das Treffen rund eine Stunde, laut Medienberichten waren es genau 66 Minuten.

Kurz bei Trump: Die Bilder

US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellten sich nach ihrem Shakehands im Oval Office etwa sieben Minuten den Fragen der Presse.

"Wir werden ein großartiges Treffen und eine großartige Beziehung haben, und unsere Länder haben eine großartige Beziehung", sagte Trump auf die Frage, was er von Kurz erwarte.

Trump begrüßte den Kanzler pünktlich um 13.45 Uhr Ortszeit (19.45 Uhr MEZ) am Eingang zum Westflügel des Präsidentensitzes.

Kurz ist der erste österreichische Regierungschef seit über 13 Jahren, der einen US-Präsidenten in Washington trifft.

Kurz trug sich zunächst im Roosevelt Room ins Gästebuch ein, ehe im Oval Office ein Vier-Augen-Gespräch mit Trump stattfand.

 "Ich muss Ihnen sagen, dass er ein sehr junger Führer ist. Sie sind ein junger Mann, was ziemlich gut ist", sagte der US-Präsident, während er dem rechts neben ihm sitzenden Kanzler anerkennend auf den Unterarm klopfte.

Kurz fügte daraufhin mit erhobenem Zeigefinger hinzu: "Aber das Problem mit dem Alter wird von Tag zu Tag besser."  

Trump sagte, dass es "ziemlich gute Handelsbeziehungen" zwischen den USA und Österreich gebe, "und das ist es, worüber wir heute sprechen werden".

Kurz hatte in seinem Eingangsstatement Trump dafür gedankt, dass er die österreichische Delegation im Weißen Haus empfange. "Es ist mir und meiner Delegation eine Freude, hier sein zu dürfen", sagte der ÖVP-Chef.

"Österreich ist im Vergleich zu den USA ein kleines Land, aber ein schönes Land", betonte er.

Kurz wies darauf hin, dass sich Österreich "im Herzen der Europäischen Union" befinde und es bei dem Treffen nicht nur um bilaterale Beziehungen gehe, sondern auch um jene zwischen den USA und der EU.

Die österreichische Delegation trifft die amerikanische Administration.

Ein zentrales Gesprächsthema waren die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA.

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