Politik | Ausland
02/21/2019

Kurz bei Jared und Ivanka: Nahost-Gespräche und Hühnersuppe

Bei dem Abendessen mit der First Daughter und ihrem Mann, Jared Kushner, ging es unter anderem um dessen Friedensinitiative.

Was wurde beim privaten Dinner bei Ivanka Trump und Jared Kushner Mittwochabend besprochen? Es ging um nichts Geringeres als um Kushners Friedensinitiative im Nahen Osten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagte über das Projekt des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, der gleichzeitig einer der wichtigsten Berater des Präsidenten ist, am Donnerstag vor österreichischen Journalisten in Washington: "Ich gehe davon aus, dass sehr zügig nach den israelischen Wahlen eine Präsentation stattfinden wird."

Kurz zeigte sich "froh" über das Engagement der Amerikaner, warnte aber vor zu großen Erwartungen. "Die Latte sollte man nicht zu hoch legen. Bisher haben alle Bemühungen eines gemeinsam gehabt: Dass sie nicht zum ultimativen Durchbruch geführt haben."

Doch selbst wenn es keinen Erfolg gebe, sei die Initiative "positiv für die Sicherheit Israels", fügte der Kanzler mit Blick auf die Einbindung arabischer Staaten in die Initiative hinzu. Über die Nahost-Initiative hatte Kurz am Dienstagabend auch schon mit US-Außenminister Mike Pompeo im State Department gesprochen.

Hühnersuppe und ein Kuchen

An dem Abendessen im Wohnhaus von Kushner und der Präsidententochter Ivanka Trump hatte auch US-Botschafter Trevor Traina teilgenommen. Es habe sich um einen "inhaltlich höchst spannenden Austausch" gehandelt, bei dem es auch um die Handelskonflikte zwischen Europa und den USA sowie mit China gegangen sei.

Kurz sagte auf eine Journalistenfrage auch, was das Ehepaar Kushner aufgetischt hat: Eine Hühnersuppe, Fleisch sowie einen "Kuchen, der ungefähr so gewirkt hat wie eine Sachertorte". "Geschmacklich ist die Sachertorte nicht zu übertreffen", fügte der Kanzler hinzu.

Kurz trifft Trump: Die Bilder

US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellten sich nach ihrem Shakehands im Oval Office etwa sieben Minuten den Fragen der Presse.

"Wir werden ein großartiges Treffen und eine großartige Beziehung haben, und unsere Länder haben eine großartige Beziehung", sagte Trump auf die Frage, was er von Kurz erwarte.

Trump begrüßte den Kanzler pünktlich um 13.45 Uhr Ortszeit (19.45 Uhr MEZ) am Eingang zum Westflügel des Präsidentensitzes.

Kurz ist der erste österreichische Regierungschef seit über 13 Jahren, der einen US-Präsidenten in Washington trifft.

Kurz trug sich zunächst im Roosevelt Room ins Gästebuch ein, ehe im Oval Office ein Vier-Augen-Gespräch mit Trump stattfand.

 "Ich muss Ihnen sagen, dass er ein sehr junger Führer ist. Sie sind ein junger Mann, was ziemlich gut ist", sagte der US-Präsident, während er dem rechts neben ihm sitzenden Kanzler anerkennend auf den Unterarm klopfte.

Kurz fügte daraufhin mit erhobenem Zeigefinger hinzu: "Aber das Problem mit dem Alter wird von Tag zu Tag besser."  

Trump sagte, dass es "ziemlich gute Handelsbeziehungen" zwischen den USA und Österreich gebe, "und das ist es, worüber wir heute sprechen werden".

Kurz hatte in seinem Eingangsstatement Trump dafür gedankt, dass er die österreichische Delegation im Weißen Haus empfange. "Es ist mir und meiner Delegation eine Freude, hier sein zu dürfen", sagte der ÖVP-Chef.

"Österreich ist im Vergleich zu den USA ein kleines Land, aber ein schönes Land", betonte er.

Kurz wies darauf hin, dass sich Österreich "im Herzen der Europäischen Union" befinde und es bei dem Treffen nicht nur um bilaterale Beziehungen gehe, sondern auch um jene zwischen den USA und der EU.

Die österreichische Delegation trifft die amerikanische Administration.

Ein zentrales Gesprächsthema waren die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA.