Vatikan als Vermittler im Kuba-USA-Konflikt? Kuba entlässt 50 Häftlinge

Der überraschende Schritt nährt Spekulationen über eine Vermittlerrolle des Vatikan im USA-Kuba-Konflikt.
Vigil for Cuban nationals killed in a speedboat after being intercepted by Cuban officials

Zusammenfassung

  • Kuba kündigt überraschend die Freilassung von 51 Häftlingen an und verweist auf enge Kontakte mit dem Vatikan.
  • Spekulationen über eine Vermittlerrolle des Vatikan im Konflikt zwischen den USA und Kuba nehmen zu.
  • Die Freilassung betrifft Häftlinge mit gutem Verhalten und erfolgt vor der Karwoche, ein Zusammenhang mit den USA wird von Havanna nicht bestätigt.

Die Spekulationen über eine mögliche Vermittlerrolle des Vatikan im Konflikt zwischen den USA und Kuba nehmen weiter an Fahrt auf: Nun kündigte Havanna überraschend die Freilassung von 51 Häftlingen an - mit dem Hinweis, dies sei das Ergebnis der engen Kontakte mit dem Vatikan, wie das Außenministerium des sozialistischen Karibikstaates mitteilte. Unklar war zunächst, ob sich darunter auch politische Gefangene befinden.

Die USA fordern immer wieder die Freilassung von Häftlingen und hatten zuletzt den Druck auf Kuba erhöht, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen zuzustimmen. Heute will sich der kubanische Präsident Diaz-Canel in einer Pressekonferenz zu nationalen und internationalen Themen äußern.

Vatikan als Vermittler?

Ende Februar hatten sowohl der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez als auch der US-Geschäftsträger in Havanna, Mike Hammer, Rom besucht. Dies hatte die Spekulationen über eine mögliche Vermittlerrolle des Vatikans im Konflikt zwischen Washington und Havanna ausgelöst. Am Montag sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin laut dem Nachrichtenportal des Vatikans, dass sich der Heilige Stuhl um "eine dialogorientierte Lösung der bestehenden Probleme" auf Kuba bemühe.

Häftlinge mit gutem Verhalten sollen freikommen

In den kommenden Tagen sollen Insassen, die bereits einen Großteil ihrer Haftstrafen verbüßt haben und sich gut verhalten hätten, freigelassen werden, wie die kommunistische Regierung Kubas ankündigte. Diese "souveräne Entscheidung" sei eine übliche Praxis in Kuba und werde diesmal vor der Karwoche getroffen. Einen Bezug zu den Spannungen mit Washington stellte Havanna nicht her.

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt. Unter Präsident Donald Trump übt Washington nun erhöhten Druck aus. Die US-Regierung will den Zufluss von Devisen und Öl, von dem die kommunistische Regierung profitieren soll, grundsätzlich stoppen. Aktuell steckt Kuba in einer seiner schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von Fidel Castro 1959.

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