Energie-Notstand: Klirrende Kälte, Schulen in Kiew bis Februar geschlossen
Zusammenfassung
- Alle Schulen in Kiew bleiben wegen massiver Angriffe auf die Energieinfrastruktur bis 1. Februar geschlossen.
- Millionen Menschen in der Ukraine sind bei eisigen Temperaturen ohne Heizung, Strom und Wasserversorgung.
- UNICEF und Behörden warnen vor der prekären Lage besonders für Kinder und fordern ein Ende der Angriffe auf zivile Infrastruktur.
Nach den massiven russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur der Ukraine werden in der Hauptstadt Kiew bis Anfang Februar sämtliche Schulen geschlossen. Dies gab Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram bekannt.
Die Schließung werde am Montag beginnen und bis 1. Februar andauern. Die Behörden der Hauptstadt gaben zudem bekannt, die Straßenbeleuchtung auf ein Fünftel zu dimmen und sämtliche dekorative Beleuchtung abzuschalten.
Klirrende Kälte in der Ukraine, Millionen ohne Strom
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte nach den Angriffen der vergangenen Tage den Energie-Notstand für die Hauptstadtregion ausgerufen. In insgesamt 6.000 Wohngebäuden war bei klirrender Kälte die Heizung ausgefallen, nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko waren am Freitag immer noch 100 Gebäude ohne Heizung. Die Lage bei der Stromversorgung bleibe "sehr schwierig", sagte Klitschko.
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF beklagte die prekäre Lage insbesondere von Kindern in der Ukraine. Millionen von Familien müssten in der Ukraine "tagelang ohne Heizung, Strom und Wasserversorgung auskommen", Kinder und ihre Familien lebten bei Temperaturen von minus 18 Grad ohne Heizung "im ständigen Überlebensmodus", erklärte der Leiter der UNICEF-Programme in der Ukraine, Munir Mammadzade, am Freitag. UNICEF forderte "erneut ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete und auf die zivile Infrastruktur, auf die Kinder angewiesen sind".
Russland attackiert seit Monaten insbesondere die ukrainische Energieinfrastruktur und hat bereits ganze Städte in Dunkelheit und Kälte getaucht. Viele Menschen können nur sporadisch oder gar nicht heizen.
Neben Kiew sind auch weitere Städte betroffen. Am Donnerstagabend waren laut Selenskij nach einem russischen Luftangriff 440.000 Menschen in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ohne Strom.
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