Politik | Ausland
25.10.2018

Khashoggi-Mord: Saudischer Staatsanwalt gibt Planung zu

Zuvor soll die türkische Regierung der CIA-Chefin Aufnahmen gezeigt haben, die den Mord angeblich beweisen.

Die Tötung von Jamal Khashoggi war im Voraus geplant. Das teilte der saudische Generalstaatsanwalt über die staatliche Nachrichtenagentur SPA mit. Die Untersuchungen würden nun auf Basis der Erkenntnisse fortgesetzt, die von der türkisch-saudischen Ermittlungsgruppe gewonnen worden seien, so der Staatsanwalt weiter. Riad hatte zuerst jede Schuld am Verschwinden vom Journalisten Khashoggi von sich gewiesen. Nachdem der Druck international gestiegen war, gab man an, Khashoggi sei bei einem schiefgelaufenen Verhör getötet worden.

Druck auf den Kronprinzen

Mit den jüngsten Aussagen des saudischen Staatsanwalts gibt Riad erstmals zu, dass der Mord an Khashoggi geplant war. Die türkischen Ermittler hätten entsprechende Informationen übergeben, heißt es in einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur SPA. Riad bleibt aber bei der Version, dass der König und der Kronprinz bin Salman nicht in die Planung eingebunden waren.

Der 33-jährige Kronprinz kündigte eine strenge Bestrafung für die Täter an. Die saudischen Behörden nahmen bereits 18 Verdächtige fest und zwei hochrangige Beamte mussten ihren Posten räumen.

Es gibt aber erhebliche Zweifel daran, dass der saudische de-facto Staatschef nicht eingeweiht war. Der Anführer des 15-köpfigen Teams, das Khashoggi in Istanbul umgebracht haben soll, war ein Leibwächter des Kronprinzen.

Der CIA-Chefin wurden Aufnahmen gezeigt

Vor der Ankündigung des Staatsanwalts in Riad soll die türkische Regierung der CIA-Direktorin Gina Haspel Aufnahmen vorgespielt haben, die den Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi beweisen. Das berichtete die Washington Post. Haspel war am Dienstag in die Türkei gereist. In dem Zeitungsbericht heißt es, eine Person, die das Band kennt, habe es als überzeugend bezeichnet.

Bisher hatte die Türkei die Aufnahmen geheim gehalten: Vermutlich, weil so öffentlich würde, wie Ankara die Botschaften anderer Länder ausspioniert.

Konsequenzen für Riad

Bisher hatte US-Präsident Donald Trump es vermieden, Saudi-Arabien klar zu verurteilen, und schien Riads Version, wonach Khashoggi bei einem schiefgelaufenen Verhör getötet wurde, nicht auszuschließen. Jetzt dürfte auch der Druck auf die USA steigen, eine klarere Position zu beziehen.

Der Regimekritiker Jamal Khashoggi lebte seit einem Jahr im US-Exil, wo er unter anderem für die Washington Post schrieb. Am 2. Oktober betrat er das saudische Konsulat in Istanbul, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen. Seitdem wurde er vermisst.

Saudi-Arabien wies anfangs jede Schuld von sich. Nach massivem internationalem Druck, gab man zu, dass Khashoggi getötet wurde. Riad besteht aber darauf, dass der Mord nicht geplant war. Auch sollen der König und der Kronprinz Mohammed bin Salman nichts von dem Plan gewusst haben, so die offizielle Version aus Riad.