Kein Sprit für Müllautos: Müllberge stapeln sich in Havanna
Zusammenfassung
- In Havanna türmen sich Müllberge, weil wegen verschärfter US-Sanktionen und Treibstoffmangel nur 44 von 106 Müllwagen fahren.
- Der Einbruch der Ölversorgung ist auf gestoppte Lieferungen aus Venezuela und Mexiko zurückzuführen, nachdem die USA mit Zöllen drohten.
- Die UN zeigen sich besorgt über die Lage und fordern erneut ein Ende des US-Embargos gegen Kuba.
In der kubanischen Hauptstadt Havanna türmen sich wegen verschärfter US-Sanktionen die Müllberge. Aufgrund des daraus resultierenden Treibstoffmangels seien von 106 Müllwagen nur noch 44 einsatzbereit, berichtete das staatliche Nachrichtenportal Cubadebate. An den Straßenecken der Hauptstadt stapeln sich Abfälle. "Seit mehr als zehn Tagen ist kein Müllwagen mehr gekommen", sagte ein Anrainer.
In anderen Städten der Karibikinsel warnten Einwohner in sozialen Medien vor Risiken für die öffentliche Gesundheit. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sei sehr besorgt über die Lage, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric am Montag.
US-Sanktionen
Hintergrund ist der Einbruch der nationalen Ölversorgung in den vergangenen zwei Monaten. Venezuela, einst Kubas wichtigster Lieferant, hat seine Lieferungen Mitte Dezember eingestellt. Auch die Regierung in Mexiko stoppte die Transporte, nachdem Washington den Ländern, die Kuba beliefern, mit Zöllen gedroht hatte. Die USA halten seit 1960 ein Embargo gegen Kuba aufrecht.
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat ihre Haltung jedoch in den vergangenen Monaten verschärft und Sanktionen gegen Schiffe verhängt, die Öl auf die Insel bringen. Damit soll der Druck für einen politischen Wandel in Kuba erhöht werden. Die Vereinten Nationen haben die USA wiederholt aufgefordert, das Embargo zu beenden.
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