Politik | Ausland
26.10.2018

Juncker erteilt Migrationslagern in Nordafrika Absage

Dies sei kein aktuelles Thema mehr, sagte Juncker. Der Vorschlag kam von mehreren EU-Staaten.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Diskussion um Flüchtlingslager in Nordafrika für beendet erklärt. Dies sei kein aktuelles Thema mehr, sagte Juncker am Freitag nach einem Treffen mit dem tunesischen Regierungschef Youssef Chahed in Tunis.

Mehrere EU-Staaten hatten im Sommer vorgeschlagen, in nordafrikanischen Ländern Sammellager für Migranten zu errichten. Menschen, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet wurden, hätten dann nach Nordafrika zurückgebracht werden können, so die Idee. Die Maghrebstaaten Marokko, Algerien und Tunesien hatten immer wieder vehement betont, gegen die Errichtung solcher Zentren zu sein.

2.000 Menschen verloren Leben

In diesem Jahr sind nach UNO-Angaben rund 96.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in Europa angekommen. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es mehr als 152.000 Menschen. Vor allem Menschen aus Staaten südlich der Sahara versuchen, über die Maghreb-Staaten oder das kriegsgebeutelte Libyen nach Europa zu gelangen. Knapp 2.000 Menschen verloren bei dem Versuch in diesem Jahr bereits ihr Leben.