Politik | Ausland
04.06.2018

Italiens Innenminister Salvini attackiert US-Milliardär Soros

"Ich habe keinen Euro von Russland erhalten", kontert der Chef der Lega Nord auf Aussagen des US-Milliardärs.

Der neue italienische Innenminister und Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, hat verärgert auf den Vorwurf des US-Milliardärs ungarischer Abstammung George Soros reagiert, der ihn verdächtigt hatte, Finanzierungen von Russland zu erhalten. "Ich habe keinen Euro von Russland bekommen", so Salvini nach Medienangaben vom Sonntag.

"Ich halte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für einen der besten Staatsmänner überhaupt. Ich schäme mich, dass in Italien ein skrupelloser Spekulant wie Soros eingeladen wird, eine Rede zu halten", so Salvini.

Soros, der am Sonntag am "Wirtschaftsfestival" in Trient teilgenommen hatte, hatte vor angeblichen Kontakten zwischen Salvini und seiner Lega mit Kreml-Chef Putin gewarnt. Er wies darauf hin, dass sich die neue italienische Regierung sofort für die Abschaffung der Russland-Sanktionen ausgesprochen habe.

Putin versucht Europa zu beherrschen. Er will nicht Europa zerstören, sondern es ausnutzen.

George Soros

"Putin versucht Europa zu beherrschen. Er will nicht Europa zerstören, sondern es ausnutzen, weil es über produktive Kapazität verfügt, während Russland nur Rohstoffe und die Menschen ausnutzen kann", sagte Soros. "Ich weiß nicht, ob Putin die Lega finanziert", sagte der Investor, der mit seiner "Open Society Foundation" zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützt. Die italienische Öffentlichkeit habe "das Recht zu wissen, ob Salvini Geld von Putin erhält", betonte Soros.