Politik | Ausland
20.11.2018

Italien will Rettungsschiff "Aquarius" bechlagnahmen

Vorwurf lautet auf illegalen Müllhandel. Ärzte ohne Grenzen: Rom will Hilfsaktionen für Migranten "kriminalisieren".

Die italienischen Justizbehörden haben die Konfiszierung des NGO-Schiffes "Aquarius" angeordnet und Ermittlungen gegen die Hilfsorganisation " Ärzte ohne Grenzen" (MSF) aufgenommen. Der Vorwurf der Italiener: illegaler Müllhandel. Der Verdacht laute auf verbotenen Handel mit gesundheitlich gefährlichem Müll, schrieb die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag. Rom versucht das Migranten-Rettungsschiff schon lange aus dem Verkehr zu ziehen.

Ärzte ohne Grenzen: "Angriff"

Die Hilfsorganisation MSF verurteilt den Beschluss der Justizbehörden. Die Organisation sprach von einem "besorgniserregenden Angriff". Damit wolle man zum etlichen Male die Hilfsaktion zugunsten der Migranten im Mittelmeer kriminalisieren, hieß es in einer Presseaussendung von MSF.

"Nach zwei Jahren Justizermittlungen, bürokratischer Hürden und nie bewiesener Vorwürfen der Verstrickungen mit Menschenhändlern werden wir jetzt beschuldigt, Teil einer kriminellen Organisation zu sein, die Müllhandel als Ziel hat. Das ist ein extremer, besorgniserregender Versuch, um jeden Preis unsere Such- und Rettungsaktion im Mittelmeer zu stoppen", kritisiert Ärzte ohne Grenzen.