Politik | Ausland
01.09.2017

Italien fordert von EU massive Investitionen in Libyen

Vorbild soll laut Außenminister Alfano das Abkommen zwischen der EU und der Türkei sein.

Italien hat massive Investitionen der Europäischen Union in Libyen gefordert. Als Vorbild müsse das EU-Türkei-Abkommen zur Schließung der Westbalkan-Route dienen, sagte der italienische Außenminister Angelino Alfano bei einem Wirtschaftsseminar am Freitag in Cernobbio am Comer See.

Alfano verwies auf die rückläufigen Ankunftszahlen von Flüchtlingen durch das Abkommen zwischen Italien und Libyen. "Wir haben eine rein italienische Strategie umgesetzt mit einer Kontrolle der südlichen Libyen-Grenze, dank der die Flüchtlingseinreisen von Niger nach Libyen stark zurückgegangen sind. Auch dank des stärkeren libyschen Einsatzes sind die Flüchtlingsabfahrten nach Europa gesunken", sagte Alfano.

Angesichts der Kritik von Menschenrechtsorganisationen an der Militärkooperation zwischen Rom und Tripolis, mit der Migranten von der Abfahrt von der nordafrikanischen Küste Richtung Italien gehindert werden, verwies Alfano darauf, dass Italien die Internationale Migrantenorganisation IOM, sowie das UN-Flüchtlingswerk UNHCR finanziert habe, damit sie für akzeptable humanitäre Standards in den libyschen Flüchtlingslagern sorgen. Auch NGOs und die libysche Übergangsregierung sollten sich laut Alfano für menschenwürdige Flüchtlingseinrichtungen engagieren.

Hilfsorganisationen kritisieren die Zustände in Lager, in den Migranten in Libyen festgehalten werden, als katastrophal. Nur ein Teil steht unter Kontrolle der libyschen Regierung und bietet dem UNHCR Zugang.