Politik | Ausland
29.05.2018

Israels Armeesprecher: Schwerste Eskalation seit Gaza-Krieg 2014

Das israelische Militär griff nach palästinensischem Beschuss 30 Ziele im Gazastreifen an.

Die jüngste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze ist nach Angaben eines israelischen Militärsprechers die schwerste seit dem Gaza-Krieg vor vier Jahren. Es sei "eindeutig die größte Anzahl von Geschossen", die seit Sommer 2014 aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Dienstag.

Zugleich habe die israelische Armee den größten Gegenschlag in Gaza seit 2014 ausgeführt. Es seien mehr als 30 militärische Ziele angegriffen worden, darunter ein neuer Angriffstunnel im Bereich des Warenübergangs Kerem Shalom an der Grenze zu Ägypten. Der Tunnel sei in U-Form verlaufen und habe vom Gazastreifen auf ägyptisches Gebiet und von dort nach Israel geführt. Es sei der zehnte Tunnel dieser Art, der seit Oktober zerstört worden sei. Der Gang sei zu Angriffszwecken und für Schmuggel bestimmt gewesen.

25 Geschoße abgefangen

Conricus machte die militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad für die heftigen Angriffe auf Israel am Dienstag verantwortlich. Rund 25 Geschoße - Raketen und Mörsergranaten - seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Die israelische Bevölkerung im Grenzgebiet sei angewiesen worden, sich nicht mehr als 15 Sekunden von Schutzräumen entfernt aufzuhalten.

Es liege jetzt in den Händen der Hamas, ob die Situation in den kommenden Tagen weiter eskalieren werde oder nicht. "Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden, Feindseligkeiten dagegen mit einer angemessenen Reaktion", sagte der Armeesprecher. Israel habe kein Interesse an einer Eskalation. Die Hamas könne die militanten Organisationen im Gazastreifen kontrollieren. Bei den Angriffen auf Israel am Dienstag seien Granaten aus iranischer Produktion verwendet worden.