Politik | Ausland
12.11.2018

Israel zerstört TV-Sender der Hamas in Gaza

Israelische Kampfjets attackierten Ziele im Gazastreifen. Darunter das Gebäude des Hamas-Senders "Al-Aqsa".

Nach dem tödlichen Einsatz einer israelischen Spezialeinheit im Gazastreifen ist der Konflikt mit der dort herrschenden Palästinenserorganisation Hamas gefährlich eskaliert. Palästinenser feuerten massenhaft Raketen Richtung Israel ab. Israelische Kampfjets griffen als Reaktion darauf mehr als 70 militärische Ziele in dem Küstengebiet an, wie die Armee am Montag mitteilte. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Neun weitere Palästinenser seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Getroffen wurde dabei - nicht zum ersten Mal - auch das Gebäude des Hamas-Senders "Al-Aqsa", aus dem ein TV- und Radioprogramm gesendet wird. Der Sender ging für kurze Zeit vom Netz, später sendete er von einer Außenstation in Beirut weiter. Ein Warnschuss des israelischen Militärs war der tatsächlichen Attacke vorausgegangen, deshalb konnte das Gebäude Berichten zufolge rechtzeitig geräumt werden. Angeblich wurde es bei dem Angriff vollständig zerstört.

Bei dem Einsatz einer israelischen Spezialeinheit in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer, der die Eskalation ausgelöst hatte, waren am Sonntagabend sieben militante Palästinenser und ein israelischer Offizier getötet worden. Bei dem Vorfall nahe Chan Junis wurden nach Angaben der Hamas mehrere Kämpfer ihrer Miliz getötet, unter ihnen auch ein örtlicher Kommandant, der für das Graben von Tunneln, Raketenangriffe auf Israel sowie Angriffe auf israelische Soldaten verantwortlich war. Zudem seien sieben weitere Menschen verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Die Vereinten Nationen und Ägypten gaben am Montag bekannt, dass sie an der Etablierung einer Waffenruhe arbeiten. Der Nahost-UN-Gesandte Nickolay Mladenov sagte, man bemühe sich, dass "Gaza vom Rand der Klippe zurücktritt".