IS-Terror: UN warnt vor weiteren Anschlägen
Die Vereinten Nationen haben vor der gestiegenen Gefahr von Anschlägen durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewarnt. Angesichts militärischer Verluste in Syrien und im Irak in den vergangenen Monaten könnten die Extremisten möglicherweise Angriffe auf internationale Ziele in Augenschein nehmen, sagte UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman am Donnerstag (Ortszeit) dem Weltsicherheitsrat in New York.
Er sprach von der Gefahr von komplexen Attacken, die in mehreren Wellen ausgeführt werden könnten. Angesichts der Verluste seien ausländische Kämpfer verstärkt in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Damit steige die Gefahr von IS-Anschlägen in diesen Ländern.
Frankreich
Besonders hoch sind nach den Anschlägen vom November die Sicherheitsvorkehrungen bei der Fußball-EM in Frankreich. Dennoch können Anschläge bei der EM nicht ausgeschlossen werden. "IS-Kämpfer sind weiterhin präsent", sagt der französische Islamexperte Gilles Kepel im APA-Gespräch. Die Terrorzelle hinter den Anschlägen von Paris im November und Brüssel im März sei jedoch nicht mehr "einsatzfähig", die Attacken aus politischer Sicht ein "Fehlschlag" gewesen.
Zwar würde ein eventueller Anschlag auf ein Fußballspiel - im Stade de France findet am Freitag das Eröffnungsspiel der EURO statt - "derselben Logik folgen" wie die Attacken vom November, sagt der Dschihadismusexperte. "Es sieht aber nicht so aus, als ob die Terrorzelle hinter den Anschlägen von Paris und Brüssel noch einsatzfähig wäre."
"Haufen Idioten und Verrückte"
Anders als die Terroranschläge von Paris im Jänner 2015, bei denen Journalisten des angeblich islamfeindlichen Satireblatts "Charlie Hebdo", Juden und "Abtrünnige" getroffen wurden, seien jene vom November "willkürlich" gewesen, so Kepel: "Ziel waren Bezirke mit einem hohen Anteil an Migranten und Muslimen, was im Besonderen auf Saint Denis zutrifft, wo das Stade de France steht."
Das habe innerhalb der muslimischen Bevölkerung zu großem Unverständnis geführt, betont der Politikwissenschafter. "Ich arbeite im Rahmen meiner Forschungstätigkeit viel in Gefängnissen. Viele der muslimischen Insassen haben mir gesagt, sie hielten die Attentäter für 'einen Haufen Idioten und Verrückte', weil auch ihre Verwandten und Freunde zum Zeit des Anschlages im Stadium gewesen sind."
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