Nach Machtwechsel: IS ruft zum Kampf gegen neue Regierung in Syrien auf

IS-Sprecher ruft Mitglieder zum Kampf gegen die neue syrische Regierung auf. Nach Sturz Assads bleibt IS trotz Niederlagen weiterhin gefährlich.
IRAQ-SYRIA-KURDS-CONFLICT

Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Mitglieder am Samstag zum Kampf gegen die neue Regierung in Syrien aufgerufen. In seiner ersten Audiobotschaft seit zwei Jahren sagte der IS-Sprecher Abu Husaifa al-Ansari, IS-Mitglieder in Syrien sollten "das neue syrische Regime, seine säkulare Regierung und nationale Armee" bekämpfen und dies "zu ihrer Priorität" machen.

IS-Kämpfer gelten weiterhin als Gefahr

Der IS hatte 2014 weite Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht, Massaker verübt und Frauen und Mädchen versklavt und sexuell missbraucht. 2017 erklärte die irakische Regierung ihren Sieg über die extremistische Gruppierung, zwei Jahre später nahmen in Syrien die kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die letzte IS-Bastion ein. Viele IS-Kämpfer zogen sich aber in riesige Wüstengebiete in beiden Ländern zurück und galten weiterhin als Gefahr.

Im Dezember 2024 hatten die von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa angeführte islamistische HTS-Miliz und mit ihr verbündete Gruppierungen den langjährigen syrischen Machthaber Bashar al-Assad in Damaskus gestürzt. Die HTS ist ein früherer syrischer Zweig von Al-Kaida, hatte sich jedoch vor Jahren von dem Terrornetzwerk losgesagt. Der frühere Jihadist al-Sharaa gibt sich seit seinem Amtsantritt moderat. Im vergangenen Jahr schloss Syrien sich der US-geführten Anti-IS-Koalition an.

Nach einer Offensive syrischer Regierungstruppen im bisherigen kurdischen Autonomiegebiet im Nordosten Syriens im Jänner stellte sich die Frage, was mit den IS-Gefangenen in den bisher kurdisch kontrollierten Lagern geschehen würde. US-Truppen brachten daraufhin mehr als 5700 IS-Gefangene in irakische Gefängnisse, um ihre Überwachung sicherzustellen.

Das Lager al-Hol, in dem Angehörige von IS-Kämpfern untergebracht waren, wurde diese Woche geräumt. Nachdem mehrere tausend Angehörige ausländischer Dschihadisten geflohen waren, wurden die verbliebenen Insassen von den Behörden in ein anderes Lager im Norden Syriens gebracht.

Kommentare