© APA/AFP/Iranian Presidency/-

Politik Ausland
01/18/2020

Iranischer Präsident Rouhani nennt Trump "globalen Unruhestifter"

Rouhani bietet den USA Gespräche an, im Gegenzug für ein Ende der Sanktionen und einer Rückkehr zum Atom-Deal.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat US-Präsident Donald Trump als "globalen Unruhestifter" bezeichnet und ihm vorgeworfen, die Lage in vielen Weltregionen verschlechtert zu haben. Es gebe mehr Krisen, als vor Trumps Amtszeit, sagte Rouhani am Samstag in einer Rede in Zahedan im Südostiran.

"In den vergangenen zwei Jahren haben er und die amerikanische Regierung weltweit nur Unruhe gestiftet", fügte Rouhani hinzu. "Nicht nur im Iran, sondern auch im Irak, in Syrien, im Libanon, in Afghanistan, überall hat er nur für mehr Ärger gesorgt", warf Rouhani Trump im Nachrichtensender Khabar vor.

Die USA bezichtigen hingegen den Iran, den Nahen Osten zu destabilisieren und Terrororganisationen zu unterstützen. Seit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen im Mai 2018 haben die Spannungen zwischen beiden Ländern wieder stark zugenommen. Bisheriger Höhepunkt war die Tötung des iranischen Top-Generals Qassem Soleimani Anfang des Monats und wenige Tage später ein iranischer Vergeltungsangriff auf Militärbasen im Irak, auf denen auch US-Soldaten stationiert waren.

Iran erwartet Respekt

Rouhani betonte, der Iran habe bewiesen, dass er nicht nur zum Widerstand, sondern auch zu diplomatischen Initiativen fähig sei: "Wir werden daher auch weiterhin jede Gelegenheit nutzen, um Differenzen zu überwinden und Lösungen zu finden." Nur erwarte der Iran von der Gegenseite Respekt für das Land und die Iraner. Rouhani hatte mehrmals betont, dass der Iran zu Verhandlungen mit den USA bereit seien. Bedingung sei jedoch, dass die Amerikaner die Sanktionen gegen das Land aufheben und zum Wiener Atomabkommen zurückkehren. Das aber lehnt Trump ab.

Irans oberster geistlicher Führer, Ayatollah Ali Khamenei, hatte Trump und dessen Außenminister Mike Pompeo am Freitag als "Clowns" bezeichnet. Ihre Behauptungen, hinter der iranischen Bevölkerung zu stehen, seien verlogen. "Auch wenn, dann nur, um einen giftigen Dolch in die Brust des iranischen Volkes zu stoßen", sagte Khamenei im Freitagsgebet in Teheran. Trump warnte Khamenei daraufhin auf Twitter. "Er sollte sehr vorsichtig mit seinen Worten sein!" Der US-Präsident schrieb, die Wirtschaft des Iran breche zusammen, das Volk leide.

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