Iranische Staatsmedien: 3.117 Menschen bei Protesten getötet

Anti-government protests in Iran
Darunter seien 2.427 nach iranischem Recht als "Märtyrer" geltende Todesopfer.

Bei den wochenlangen Massendemonstrationen im Iran sind laut Staatsfernsehen 3.117 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien 2.427 nach iranischem Recht als "Märtyrer" geltende Opfer, darunter neben Sicherheitskräften "unbeteiligte Passanten" meldete das staatliche TV am Mittwoch unter Berufung auf die Stiftung für Märtyrer und Veteranen. Menschenrechtsorganisationen gehen von deutlich höheren Opferzahlen aus, demnach wurden Tausende Demonstranten getötet.

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor.

Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurden bei der brutalen Niederschlagung der Proteste mehr als 4.500 Menschen getötet. Neben 4.251 getöteten Demonstranten kamen ihren Informationen nach auch 197 Sicherheitskräfte ums Leben. Weitere knapp 9.000 Todesfälle würden noch untersucht.

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen spricht von 3.428 Demonstrierenden, die nachweislich von iranischen Sicherheitskräften getötet worden seien. Die Dunkelziffer sei jedoch deutlich höher und könne zwischen 5 000 und bis zu 20.000 Toten liegen.

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