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© APA/AFP/AHMAD AL-RUBAYE

Großoffensive gegen IS
10/18/2016

Iraks Armee meldet Erfolge in Mossul-Offensive

Nach Angaben der Peschmerga griffen Kampfflugzeuge der Koalition an ihrem Frontabschnitt 17 IS-Stellungen an. Nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks UNICEF sind 500.000 Kinder in den kommenden Wochen in extremer Gefahr.

Die irakische Regierung und die kurdische Peschmerga-Miliz haben in den ersten 24 Stunden ihrer Mossul-Offensive gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) nach eigenen Angaben 20 Dörfer erobert. Die Soldaten rücken von Süden und Südosten auf Mosul vor, die Peschmerga-Kämpfer vom Osten aus. Unterstützt wurden sie von einer Militärkoalition unter Führung der USA. Die Türkei hat mit Luftschlägen an der Offensive teilgenommen.

Nach Angaben der Peschmerga griffen Kampfflugzeuge der Koalition an ihrem Frontabschnitt 17 IS-Stellungen an. Im Norden und Nordosten Mossuls hätten kurdische Kämpfer zudem einen beachtlichen Teil der 80 Kilometer langen Straße von Mossul nach Erbil unter ihre Kontrolle gebracht. Außerdem wurden in dem stark verminten Gelände um Mossul mindestens vier Autobomben zerstört. Informationen über Opfer gab es weder in der irakischen noch in der kurdischen Mitteilung.

Der IS hatte Mossul 2014 ohne große Gegenwehr eingenommen und dort sein Kalifat ausgerufen. Es ist die größte Stadt unter der Kontrolle der Extremisten.

500.000 Kinder in Mossul sind in extremer Gefahr

Mehr als 500.000 Kinder und ihre Familien sind nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in den kommenden Wochen in extremer Gefahr. Angesichts der Großoffensive könnten nun viele Kinder vertrieben werden, "zwischen die Frontlinien oder ins Kreuzfeuer geraten", warnte der Leiter von UNICEF Irak, Peter Hawkins, am Dienstag.

UNICEF rief dazu auf, bei der Rückeroberung der Millionenstadt aus den Händen der Dschihadisten die Kinder besonders zu schützen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hätten diese schwer gelitten, erklärte Hawkins.

In Erwartung einer hohen Zahl an Flüchtlingen brachte UNICEF nach eigenen Angaben vorsorglich Hygieneartikel, Latrinen, mobile Duschen und Materialien zur Wasserversorgung für 150.000 Menschen in die Region. Insgesamt wird die Organisation demnach in den kommenden Wochen Hilfsgüter zur Versorgung von 350.000 Menschen bereitstellen.

50 Impteams stehen bereit

UNICEF lässt zudem mobile Teams ausbilden, um schwer traumatisierte und verletzte Kinder zu betreuen und zu versorgen. Gemeinsam mit den Behörden stehen 50 Impfteams bereit, um Kinder gegen Masern und Polio zu impfen, wie es in der Mitteilung weiter hieß.

"Wir arbeiten rund um die Uhr, um Kindern wo immer sie sich aufhalten zu helfen", erklärte Hawkins. Seit März 2016 sind in der Region um Mossul bereits rund 130.000 Menschen vor den Militäreinsätzen geflohen. UNICEF befürchtet, dass angesichts der Zuspitzung nun zusätzlich tausende Kinder in überfüllten und unzureichend ausgestatteten Notunterkünften und Lagern Zuflucht suchen müssen.

IS verwendet Menschen als Schutzschilde

Nach Angaben von Bewohnern verwenden IS-Jihadisten auch Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Der Islamische Staat (IS) hindere Einwohner an der Flucht aus der Stadt oder schicke diese sogar in Gebäude, die die Kämpfer kürzlich selbst genutzt hätten, berichtete ein Bewohner per Telefon am Dienstag.

"Es ist ganz klar, dass der Islamische Staat Menschen als Schutzschilde benutzt, in dem er Familien in Gebäude lässt, die mit großer Wahrscheinlichkeit angegriffen werden", sagte Abu Dahir, der seinen vollen Namen allerdings nicht nennen wollte. Der frühere Provinz-Gouverneur der Region, Abdul Rahman Waggaa, bestätigte dies aber ebenfalls. Er mahnte, die Anti-IS-Koalition müsse daher ihre potenziellen Ziele aktualisieren. Waggaa ist aus dem Einflussbereich des IS geflohen.

Andere Bewohner berichteten über die noch funktionsfähigen Telefonverbindungen, dass mehr als 100 Familien auf dem Weg Richtung Innenstadt seien und die Außenbezirke verließen. Dort werden als erstes Kämpfe mit den irakischen Regierungstruppen und kurdischen Peschmerga erwartet werden.

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