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Politik Ausland
08/09/2021

Internationale Reaktionen zum Weltklimabericht

Der Verbrauch fossiler Energien müsse so schnell wie möglich gestoppt werden, fordern Umweltexperten. Dem stimmt auch der UN-Generalsekretär zu.

Nachdem der Weltklimarat am Montag den ersten Teil seines Klimaberichts vorgelegt hat, meldeten sich zahlreiche Vertreter aus Politik, Wissenschaft und NGOs zu Wort.

"Das Schockierende dieses Berichts ist, dass alles Alarmierende darin abzusehen war - und doch bewegen sich Regierungen und Konzerne beim Klimaschutz noch immer im Schneckentempo“, sagte der deutsche Greenpeace-Klimaexperte Christoph Thies am Montag. Der Bericht müsse zusammen mit den jüngsten Bildern von Bränden und Fluten die Politik aufrütteln.

UN-Generalsekretär António Guterres rief die Politiker ebenfalls zur Verantwortung auf. "Die Alarmglocken sind ohrenbetäubend, und die Beweise sind unwiderlegbar", sagte er. Die Treibhausgase erstickten den Planeten und brächten Milliarden Menschen in Gefahr. Die Lösungen lägen aus seiner Sicht auf dem Tisch. "Der Bericht muss die Totenglocke für Kohle und andere fossile Brennstoffe sein, bevor sie unseren Planeten zerstören", sagte er.

Die reichen Länder und Entwicklungsbanken müssten mehr Geld für die Anpassung an den Klimawandel in ärmeren Ländern zur Verfügung stellen. Das Versprechen, pro Jahr für sie 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung aufzubringen, müsse erfüllt werden. Bei der Weltklimakonferenz im November in Glasgow (COP26) müssten Antworten geliefert werden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich dazu bestürzt geäußert. "Wir sind absolut geschockt von dem jüngsten Bericht des IPCC, es ist absolut verheerend - im Moment verlieren wir den Kampf", sagte Macron am Dienstag in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York.

Greta Thunberg, die führende Klimaaktivistin, zeigte sich von den im neuen Bericht des Weltklimarats (IPCC) formulierten Erkenntnissen nicht überrascht. "Der neue IPCC-Bericht enthält keine wirklichen Überraschungen. Er bestätigt, was wir schon aus Tausenden vorherigen Studien und Berichten wissen - dass wir uns in einem Notfall befinden", schrieb die Schwedin  auf Twitter und Instagram.

Es handele sich um eine solide, aber vorsichtige Zusammenfassung des derzeitigen Wissensstands. "Es liegt an uns, mutig zu sein und basierend auf den in diesen Berichten bereitgestellten wissenschaftlichen Erkenntnissen Entscheidungen zu treffen", schrieb Thunberg weiter.

Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat die Politik angesichts des neuen Berichts des Weltklimarats aufgefordert, das fossile Zeitalter schnell und radikal zu beenden. "Es ist ein Menschheitsmoment. Der Weltklimarat ist deutlich: Wir können noch immer die schlimmsten Katastrophen verhindern und das Klima langfristig bei etwa 1,5 Grad stabilisieren", sagte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Regierungen müssten mit dem verantwortungslosen Befeuern der Klimakrise aufhören, und schnell und radikal das fossile Zeitalter beenden, sagte die prominente Fridays-for-Future-Aktivistin. "Das wird nur passieren, wenn Menschen überall Druck aufbauen", sagte Neubauer. "Wir müssen jetzt mutig sein, die Welt steht auf der Kippe."

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete Klimaschutz als eine "überlebensnotwendige" Aufgabe. "Wir alle haben es jetzt in der Hand, die 2020er Jahre zu einem Klimaschutzjahrzehnt zu machen und die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Noch ist es nicht zu spät dafür. Wie wir den Treibhausgasausstoß senken können, wissen wir: mit einer raschen Abkehr von Kohle, Öl und Gas, mit dem Ausbau der Sonnen- und Windkraft und der Produktion von grünem Wasserstoff als klimafreundlichem Energieträger."

Auch Boris Johnson, britischer Premierminister, hat sich zu Wort gemeldet: "Der heutige IPCC-Bericht ist hoffentlich ein Weckruf für die Welt, jetzt zu handeln, bevor wir uns im November in Glasgow zum entscheidenden COP26-Gipfel treffen werden. Es ist klar, dass die nächste Dekade entscheidend für die Sicherung der Zukunft unseres Planeten sein wird."

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