Politik | Ausland
28.09.2018

Hunderte demonstrieren in Berlin gegen Staatsbesuch von Erdogan

Großkundgebung "Erdogan not welcome" am Potsdamer Platz.

In Berlin haben am Freitagnachmittag Hunderte Menschen gegen den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Am Potsdamer Platz versammelten sie sich zu einer Großdemonstration "Erdogan not welcome".

Teilnehmer trugen Plakate, die sich unter anderem gegen die Militäraktionen der Türkei in Syrien richteten. Auf anderen Plakaten war der Schriftzug "Türkische Demokratie" von einem Gitter überdeckt.

Dort und bei verschiedenen anderen Veranstaltungen wurde auch gegen Menschenrechtsverstöße und die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei protestiert. Die Demonstranten wollten anschließend Richtung Großer Stern und damit in die Nähe von Schloss Bellevue ziehen. An der Großdemonstration nahmen auch viele Kurden teil.

Die Polizei ist während des Staatsbesuchs von Erdogan mit mehreren tausend Kräften im Einsatz. Nach Angaben der Berliner Polizei stehen bis zu 4200 Beamte bereit.

Am Freitag bei Merkel und Steinmeier

Am Donnerstag war Erdogan zu dem dreitägigen Staatsbesuch eingetroffen. Am Freitag wurde er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen.

Am Abend gibt Steinmeier ein Staatsbankett für Erdogan im Schloss Bellevue. Einige der geladenen Gäste, darunter Bundestagsabgeordnete der Opposition, hatten aus Protest gegen Erdogan abgesagt.

Eröffnung einer Moschee in Köln

Am Samstag reist der türkische Staatschef weiter nach Köln, um die neue Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib zu eröffnen. Auch in der Domstadt sind Proteste gegen ihn geplant.