Taliban-Kämpfer in der afghanischen Provinz Nangarhar.

© REUTERS/Parwiz Parwiz

Politik Ausland
02/24/2019

Höchststand: Fast 4.000 Zivilisten 2018 in Afghanistan getötet

Taliban und IS verbreiten laut UN-Bericht weiter Schrecken - insgesamt im Vorjahr über 7.000 verletzte Zivilisten.

Die Zahl ziviler Opfer in Afghanistan hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. 2018 wurden bei Anschlägen und Gefechten 3.804 Zivilisten getötet und 7.189 weitere verletzt, wie die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) und das UN-Menschenrechtsbüro am Sonntag mitteilten. Das waren elf Prozent mehr als 2017.

Terror von IS und Taliban

Die Hauptursachen für den Anstieg sind mehr Selbstmordanschläge und größer angelegte Angriffe, vor allem durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Außerdem sterben mehr Menschen durch Luftangriffe von Pro-Regierungskräften.

42 Prozent der zivilen Opfer wurden laut UNO durch Bomben getötet. Durch von Selbstmordattentätern eingesetzte, ferngezündete oder selbstauslösende Sprengsätze kamen 1.361 Menschen ums Leben.

Fast ein Viertel der getöteten Zivilisten waren Kinder. Mit 927 Todesopfern ist auch dieser Wert der höchste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Für 37 Prozent der zivilen Opfer macht der UN-Bericht die Taliban verantwortlich, für rund 25 Prozent den IS. Weitere 24 Prozent der zivilen Opfer gehen auf Regierungstruppen und ihre Verbündeten zurück.

Asylanträge

Die Sicherheitslage in dem zentralasiatischen 34-Millionen-Einwohner-Land ist auch in Österreich immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) berichtete Ende Jänner, es habe etwas mehr als 2.000 Asylanträge von Afghanen im Jahr 2018 gegeben. Insgesamt ging die Zahl der Anträge im Vergleich zu 2017 stark zurück.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Asyl-Aberkennungsverfahren deutlich, wie vergangene Woche bekannt wurde. Die meisten Aberkennungsverfahren werden gegen Menschen aus Afghanistan eingeleitet (1.675 von Jänner bis November 2018). Die Zahl der tatsächlichen Aberkennungen ist allerdings um einiges niedriger. Im Vorjahr kam es bei rund 12 Prozent aller Verfahren zu einer Aberkennung.

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