Polizeireform: Großbritannien möchte nun auch ein FBI haben

Große gelbe Buchstaben „FBI“ auf dunkelblauem Stoff, vermutlich auf dem Rücken einer Jacke.
Die Pläne gelten als größte Polizeireform seit fast 200 Jahren und sollen am Montag vorgestellt werden.

Großbritannien will seine Polizeistruktur grundlegend reformieren und eine neue nationale Polizeibehörde nach dem Vorbild des US-amerikanischen FBI schaffen. Der "National Police Service" solle sich um Terrorismus, Betrug, organisierte Kriminalität und andere komplexe Straftaten kümmern, teilte die Regierung am Samstag mit. Die Pläne gelten als die größte Polizeireform seit fast 200 Jahren und sollen am Montag vorgestellt werden.

"Das derzeitige Polizeimodell wurde für ein anderes Jahrhundert geschaffen", erklärte Innenministerin Shabana Mahmood. "Wir werden einen neuen Nationalen Polizeidienst schaffen - ein britisches FBI -, der mit Spitzenkräften und modernster Technologie gefährliche Kriminelle aufspüren und fassen wird."

In der neuen Behörde soll die Arbeit der National Crime Agency, die schwere organisierte Kriminalität wie Drogen- und Menschenhandel untersucht, mit anderen landesweiten Aufgaben wie der Terrorismusbekämpfung zusammengeführt werden. Der Chef der neuen Behörde wird der ranghöchste Polizeibeamte des Landes sein. Bisher ist dies der Leiter der Londoner Polizei.

Mahmood zufolge können sich die lokalen Polizeikräfte durch die Reform auf die Bekämpfung der Alltagskriminalität konzentrieren. Außerdem wird erwartet, dass die Regierung die Gesamtzahl der 43 Polizeibehörden in England und Wales reduzieren wird, um Kosten zu senken.

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