Finger-Scans für Nicht-Europäer

Verschärfung: An den EU-Außengrenzen sollen Reisende künftig per Register erfasst werden.

1800 Grenzübergänge gibt es an den Außengrenzen der Europäischen Union; einige Hundert Millionen Menschen aus Nicht-EU-Staaten reisen jeder Jahr ein und aus. Und es werden mehr: Allein die Zahl der Flugreisenden aus Drittstaaten wird sich bis 2030 auf mehr als 700 Millionen Menschen pro Jahr verdoppeln. Eine Gesamt-Übersicht, wer die EU wann und wo betritt bzw. verlässt, gibt es nicht – weil die Daten nicht elektronisch gespeichert werden.

„Die Menschen, die in die EU kommen, haben Smartphones und Tablet-Computer in der Hand – und wir drücken an der Grenze immer noch Stempel in ihre Pässe“, klagt EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström.

Sie präsentierte am Donnerstag einen Plan der Kommission für „Intelligente Grenzen“. Darin vorgesehen ist ein zentrales Ein- und Ausreisesystem für ganz Europa, das alle Reisenden aus Drittstaaten in der EU erfassen soll. Bleiben diese länger in Europa als erlaubt, gibt das System automatisch eine Warnmeldung an die nationalen Behörden aus.

Vorbild Amerika

Mittelfristig will die Kommission von allen Nicht-Europäern, die einreisen, „biometrische Daten registrieren“, sprich: Fingerabdrücke nehmen. Vorbild sind hier die USA, wo seit 2004 an den Grenzübergängen Fingerabdrücke genommen werden.

Für Geschäftsreisende, Studenten oder reisefreudige Touristen, die regelmäßig in die EU kommen, plant Malmström eine freiwillige Registrierung. Nach einmaliger eingehender Kontrolle können „sicherheitsgeprüfte Vielreisende“ die Grenzkontrolle per Chipkarte und Fingerabdruck-Leser an einem Automaten hinter sich bringen. Das Schlangestehen vor den Grenzbeamten wäre für sie damit Geschichte.

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