Politik | Ausland
26.11.2018

Gewalt in Paris: Politiker sprechen nun von der "braunen Pest"

Präsident Macron will am Dienstag seinen "Sozialpakt" vorstellen, um die Proteste abzufedern.

Nach den gewalttätigen Protesten in Paris vom Samstag müssen sich Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung vor Gericht verantworten. 20 von insgesamt 103 Festgenommenen sollten am Montag einem Richter vorgeführt werden, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Justiz wirft ihnen unter anderem Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vor.

 

25 Verdächtige wurden unterdessen wieder auf freien Fuß gesetzt. In Paris hatte es bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen die geplante Ökosteuer auf Diesel und die schwindende Kaufkraft Krawalle auf dem Boulevard Champs-Elysees gegeben. Randalierer zündeten Barrikaden an, bewarfen Polizisten mit Steinen und zerschlugen Schaufenster. Die Beamten antworteten mit Tränengas und Festnahmen.

 

Die Pariser Präfektur und das Innenministerium machten "ultrarechte Gruppen" für die Gewalt verantwortlich. Nähere Angaben machten sie nicht. Haushaltsminister Gerald Darmanin sprach sogar von einer "braunen Pest".

Sowohl die Vorsitzende der französischen Rechtspopulisten, Marine Le Pen, wie auch der Chef der französischen Linkspartei, Jean-Luc Melenchon, unterstützen die Protestbewegung gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron, die sich alleine über die sozialen Netzwerke organisiert. Macron wollte am Dienstag einen "Sozialpakt" vorstellen, um die Proteste abzufedern. Die "Gelbwesten" haben bereits weitere Straßenblockaden angekündigt.