Geständnis vor den laufenden Kameras
Mit geschorenem Kopf, in Häftlingskleidung und in Handschellen wurde Chen Yongzhou vorgeführt. „Ich gebe meine Verbrechen zu, und ich bedaure sie zutiefst“, gestand der 27-jährige Journalist kleinlaut vor laufender Kamera, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Der staatliche chinesische Sender CCTV strahlte die Aufnahme landesweit aus, vier Tage, bevor erst Anklage gegen den jungen Journalisten erhoben wurde.
Das öffentliche Schuldbekenntnis Chen Yongzhous ist vorerst nur das Letzte einer ganzen Serie von im chinesischen Fernsehen gesendeten Geständnissen. In den meisten Fällen handelte es sich um Journalisten oder Blogger, die sich für mehr Meinungsfreiheit in den Medien einsetzten. Alle Festgenommenen entschuldigten sich – für vermeintliche Vergehen wie „Sex mit mehreren Prostituierten“, „falsche Behauptungen“ oder „Korruption“.
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