Der Al Zafir Turm im Gazastreifen wurde von der israelischen Luftwaffe zerstört

© APA/EPA/MOHAMMED SABER

Gaza-Konflikt
08/24/2014

Holocaust-Überlebende kritisieren Angriffe Israels

In einem Inserat verurteilen Überlebende des Nazi-Regimes das "Massaker an Palästinensern".

Rund 300 Überlebende sowie Nachkommen von Opfern des Nazi-Völkermords haben laut Medienberichten die Angriffe Israels gegen palästinensische Ziele im Gaza-Streifen scharf verurteilt. In dem in der New York Times geschalteten Inserat wurden unter anderem "die Massaker an Palästinensern" verurteilt, wie beispielsweise die BBC am Sonntag berichtete.

"Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt", hieß es in dem Inserat. Zudem wurden in der Einschaltung des "Jewish Anti-Zionist Network" von "Jüdischen Überlebenden und Nachkommen von Überlebenden und Opferns des Nazi-Genozids" aus 26 Ländern die "Okkupation und Kolonisierung des historischen Palästinas" verurteilt.

Kritik gab es auch an den USA und anderen westlichen Staaten, welche die israelischen Angriffe unterstützen oder zumindest nicht auf diplomatischer Ebene verurteilen würden.

Fortsetzung des Gaza-Konflikts

Israel stellt sich währenddessen nach den Worten seines Regierungschefs bereits auf eine Fortsetzung des Gaza-Kriegs auch im kommenden Monat ein. Die Offensive werde andauern, "bis ihre Ziele erreicht sind", sagte Benjamin Netanyahu am Sonntag zum Auftakt einer Regierungssitzung in Tel Aviv. Finanzminister Yair Lapid hat mit gezielten Angriffen auf die politische Führung der Hamas auch im Ausland gedroht.

Das Erreichen der Ziele "kann noch Zeit in Anspruch nehmen, und wir sind darauf vorbereitet, dass der Kampf auch nach Beginn des neuen Schuljahrs weitergeht." Das Schuljahr beginnt in Israel und den Palästinensergebieten am 1. September. In rund 80 UN-Schulen im Gazastreifen sind palästinensische Flüchtlinge untergebracht. In Israel darf nur in Einrichtungen mit Schutzräumen unterrichtet werden.

Lapid sagte, "die ranghohen Hamas-Funktionäre müssen wissen, dass wir sie jagen und fassen werden, und dass sie den Preis dafür zahlen werden, was sie im Süden Israels anrichten", sagte Lapid am Sonntag vor einer Regierungssitzung in Tel Aviv. "Niemand ist gefeit - nicht die politische Führung, und nicht die Exilführung." Zum Tod eines israelischen Kindes durch Granatenbeschuss aus dem Gazastreifen sagte Lapid: "Wir werden das nicht hinnehmen, weil Vierjährige in den Kindergarten oder das Schwimmbad gehen - und nicht zu Grabe getragen werden sollten."

Israelische Flugdrohne abgeschossen

Der Iran hat nach eigenen Angaben eine israelische Drohne über einer seiner Atomanlagen abgeschossen. Wie die Revolutionsgarden am Sonntag auf ihrer Website sepahnews.com erklärten, schossen sie eine israelische Aufklärungsdrohne ab, die sich der Urananreicherungsanlage von Natans näherte.

Laut Bericht der regimetreuen Nachrichtenagentur ISNA habe die Drohne versucht, in einen "geschützten Nuklearbereich" rund um die Atomanlage Natanz einzudringen. Israel und der Westen verdächtigen den Iran seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, was Teheran bestreitet.

Israel schweigt indes zu iranischen Verkündungen, man habe eine israelische Drohne abgeschossen. Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte am Sonntag in Tel Aviv auf Anfrage lediglich, Israel äußere sich nicht zu ausländischen Medienberichten.

Zwei Palästinenser getötet

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind mindestens zwei Palästinenser getötet worden. Die beiden Männer waren auf einem Motorrad unterwegs. Wie Vertreter der palästinensischen Rettungskräfte mitteilten, hatte Israels Luftwaffe in der Früh den Westen von Gaza bombardiert. Dabei seien sieben Menschen verletzt worden, zwei von ihnen seien später ihren Verletzungen erlegen.

Ob es sich bei dem beiden Männern am Motorrad um Kämpfer handelte, konnte bisher nicht verifiziert werden. Israels Luftwaffe bzw. Drohnen greifen oft innerhalb kürzester Zeit gezielt Militante an, die in kleinen Gruppen oder zu zweit nur kurze Strecken unterwegs sind.

Die israelische Militäroffensive gegen den von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen dauert nunmehr seit fast sieben Wochen an. Seitdem wurden insgesamt mehr als 2100 Palästinenser getötet. Die UNO schätzt den Anteil der zivilen Opfer auf 70 Prozent. Die israelische Armee erklärte hingegen, bei 40 bis 50 Prozent der Getöteten handle es sich um "bewaffnete Kämpfer". Auf israelischer Seite gab es 68 Tote, darunter vier Zivilisten.

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