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Politik | Ausland
04/21/2019

Ermittler finden bei Sudans Ex-Präsidenten Al-Bashir Millionen

Nach anhaltenden Massenprotesten hatte das Militär den seit rund drei Jahrzehnten regierenden Al-Bashir am 11. April abgesetzt.

Ermittler haben im Haus des abgesetzten sudanesischen Langzeitpräsidenten Omar al-Bashir rund sieben Millionen Euro Bargeld gefunden. Es sei daher ein Verfahren wegen Verdachts auf Korruption und Geldwäsche eröffnet worden, erklärte ein ranghoher Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Khartum.

Nun würden weitere Durchsuchungen bei anderen Mitgliedern von Al-Bashirs früherem Führungszirkel durchgeführt, sagte er weiter. Der Mitarbeiter wollte nicht namentlich genannt werden.

Ermittler fanden demnach bei der Durchsuchung von Bashirs Residenz rund 6,7 Millionen Euro, 350.000 US-Dollar und etwa 5 Millionen sudanesische Pfund (etwa 90.000 Euro). Der Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft erklärte am Samstagabend, die Ermittlungen seien Teil der Bemühungen der Militärführung, Bashirs korruptes System trocken zu legen. In den vergangenen Tagen wurden bereits mehrere prominente Politiker der Regierungspartei NCP verhaftet.

Übergangsregierung

Nach anhaltenden Massenprotesten hatte das Militär den seit rund drei Jahrzehnten regierenden Al-Bashir am 11. April abgesetzt und festgenommen. Die Generäle bemühen sich seither darum, gemeinsam mit Parteien und Zivilgesellschaft eine Übergangsregierung zu bilden.

Die Organisatoren der Massenproteste, das Gewerkschaftsbündnis SPA, wollten am Sonntagabend vor Demonstranten in Khartum ihren Vorschlag für eine Regierungsmannschaft vorstellen. Tausende Regierungsgegner halten seit mehr als zwei Wochen eine Sitzblockade vor der Zentrale der Militärführung ab. Diese Aktion wird weithin als einer der Auslöser für Al-Bashirs Sturz betrachtet.