Politik | Ausland
08.09.2018

Erdogan: Werden Blutbad unter Zivilisten in Idlib nicht hinnehmen

Türkischer Präsident will Idlib-Frage "ohne Schmerz und ohne mehr Leiden lösen".

Die Türkei will einem Blutbad an Zivilisten bei einer möglichen syrischen Militäroffensive in der Provinz Idlib nicht tatenlos zusehen. "Wenn die Welt vor der Tötung Zehntausender unschuldiger Menschen beide Augen zudrückt, um den Interessen des Regimes zu dienen, werden wir weder von der Seitenlinie zuschauen noch ein solches Spiel mitspielen", schrieb Präsident Recep Tayyip Erdogan am späten Freitagabend auf Twitter.

Letzte Hochburg der Rebellen

Idlib im Nordosten Syriens ist die letzte Hochburg islamistischer Rebellen in dem Land, in dem seit sieben Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Russland, die Türkei und der Iran hatten sich bei einem Gipfel in Teheran am Freitag nicht auf ein gemeinsames Vorgehen zur erwarteten Offensive der syrischen Regierung einigen können. Die Türkei, die die Gegner von Präsident Bashar al-Assad unterstützt, konnte Russland und den Iran als Verbündete Syriens nicht von einer Waffenruhe in der Provinz überzeugen.

Die Türkei habe in Teheran klargemacht, dass Methoden, die keine Rücksicht auf das Leben von Zivilisten nähmen, nur den "Terroristen" in die Hände spielten, schrieb Erdogan. Die Idlib-Frage müsse "im Geist von Astana" gelöst werden, ohne Schmerz, neue Spannungen und mehr Leiden zu erzeugen. In der kasachischen Hauptstadt Astana waren im vergangenen Jahr auf Betreiben Russlands, der Türkei und Syriens erstmals syrische Konfliktparteien zu Gesprächen zusammengekommen.