Epstein: Erste Akten zu US-Botschafter Mandelson veröffentlicht
Die britische Regierung hat am Mittwoch erste Dokumente zur Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter im Dezember 2024 veröffentlicht. Darin wird auf mehrere Berichte verwiesen, die die engen Kontakte von Mandelson zu dem 2019 in Haft gestorbenen US-Unternehmer Epstein darlegen. Die Verbindung zwischen beiden hielt auch an, nachdem Epstein in den USA 2008 wegen Sexualstraftaten verurteilt worden war und eine Gefängnisstrafe abgesessen hatte.
Premierminister Keir Starmer hatte bereits eingeräumt, von der Freundschaft gewusst zu haben. Der Premier betonte aber, nicht im Detail informiert gewesen zu sein - Mandelson bezichtigte er der Lüge. Der erste Staatssekretär des Premierministers, Darren Jones, sagte am Mittwoch im Parlament, die Regierung sei von Scotland Yard gebeten worden, wegen der Ermittlungen gegen Mandelson bestimmte Dokumente nicht zu veröffentlichen. Starmer habe den Fehler, Mandelson zum Botschafter zu ernennen, bereits eingeräumt und sich entschuldigt, sagte er.
Mandelson forderte eine halbe Million Pfund
In den bisher 147 publik gemachten Seiten sind verschiedene Dokumente enthalten, die etwa einen Einblick in die intensive Überprüfung von Mandelson vor dessen Ernennung zum Botschafter geben. Aus den Akten geht auch hervor, dass Mandelson nach seiner Entlassung eine Abfertigung von 75.000 Pfund (86.660,12 Euro) erhielt - gefordert hatte er mehr als 500.000 Pfund. Ein E-Mail belegt britischen Medien zufolge außerdem, dass Mandelson 2002 ein Treffen zwischen Epstein und dem damaligen Premier Tony Blair arrangiert hatte.
Mandelson war zuletzt wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt vorübergehend festgenommen worden. Er soll Epstein sensible Regierungsinformationen während der Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben. Von 2008 bis 2010 war er Wirtschaftsminister unter dem früheren Premierminister Gordon Brown. Die Vorwürfe ließ er über seine Anwälte bestreiten. Wegen der Affäre legte er sowohl sein Mandat im britischen Oberhaus (House of Lords) nieder als auch seine Mitgliedschaft in der regierenden Labour Party.
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