Nach Rassismus-Eklat: Trump ehrt Afroamerikaner
Zusammenfassung
- Trump weist bei einer Feier zum Black History Month Rassismusvorwürfe zurück und hebt afroamerikanische Regierungsvertreter hervor.
- Er betont Erfolge bei Strafrechtsreform und Einwanderungspolitik, die ihm laut eigener Aussage Unterstützung schwarzer Wähler bringen.
- Nach einem Rassismus-Eklat um einen Social-Media-Beitrag verteidigt das Weiße Haus zunächst, löscht das Video aber später ohne Entschuldigung.
US-Präsident Donald Trump hat sich bei einer Feier im Weißen Haus nach einem Rassismus-Eklat als Förderer von schwarzen Amerikanern inszeniert. Anlässlich des 100. Jubiläums des "Black History Month" wies Trump am Mittwoch Vorwürfe des Rassismus zurück, hob führende afroamerikanische Regierungsvertreter hervor und versprach ein weiteres Jahrhundert des Erfolgs für schwarze Menschen im Land.
Die Veranstaltung fand knapp zwei Wochen nach einem Eklat um einen rassistischen Beitrag auf Trumps Social-Media-Konto statt, der den früheren Präsidenten Barack Obama und seine Frau Michelle als Affen darstellte. Der Beitrag hatte selbst bei Trumps Republikanern für Empörung gesorgt.
Video gelöscht
Der afroamerikanische Senator Tim Scott nannte das Video "das Rassistischste, was ich aus diesem Weißen Haus gesehen habe". Das Weiße Haus verteidigte den Beitrag zunächst, löschte ihn aber schließlich, ohne sich zu entschuldigen. Trump selbst machte einen Mitarbeiter verantwortlich. Kritiker werfen der Regierung zudem vor, Programme für Vielfalt und Gleichberechtigung systematisch abzubauen.
Bei der Veranstaltung am Mittwoch versuchte Trump, die Vorwürfe zu entkräften. Er holte mehrere schwarze Regierungsvertreter auf die Bühne, darunter Bauminister Scott Turner und seinen früheren Rivalen Ben Carson. Einer von ihm begnadigten Aktivistin, Alice Johnson, sagte er: "Als ich sie traf, habe ich mich verliebt."
Harte Einwanderungspolitik bringt laut Trump afroamerikanische Wähler
Er verwies außerdem auf die von ihm als Erfolg bezeichnete Strafrechtsreform und seine harte Einwanderungspolitik, die ihm nach eigenen Angaben 2024 mehr afroamerikanische Wählerstimmen als jedem republikanischen Kandidaten vor ihm eingebracht hätten. Trump hat eine lange Geschichte von Äußerungen, die als rassistisch kritisiert werden. So verbreitete er jahrelang die als "Birther"-Theorie bekannte Verschwörungstheorie, wonach Obama nicht in den USA geboren und damit kein legitimer Präsident gewesen sei.
Der "Black History Month" ist ein jährlich im Februar in den USA begangener Gedenkmonat, der die Geschichte und die Errungenschaften von schwarzen US-Amerikanern würdigt. Bei der Feier lud Trump eine Frau auf die Bühne, deren Enkel getötet wurde. Sie dankte ihm für seinen harten Kurs gegen Kriminalität und sagte: "Ich will nichts von diesem "Rassisten"-Zeug hören. Lasst den Mann in Ruhe. Lasst ihn seine Arbeit machen!"
Fotos von Jesse Jackson
Nach dem Tod des Bürgerrechtlers Jesse Jackson am Dienstag hatte Trump bereits zahlreiche Fotos von sich mit Jackson und anderen schwarzen Prominenten veröffentlicht. Er schrieb dazu, es sei ihm immer eine Freude gewesen, Jackson zu helfen, obwohl er von "Schurken und Verrückten der radikalen Linken" fälschlicherweise als Rassist bezeichnet werde.
Die Veranstaltung im Weißen Haus beendete Trump nach "Vier weitere Jahre"-Rufen der Gäste mit den Worten: "Ich wünsche ihnen also einen fröhlichen Black History Month, ein fröhliches Black History Year und ein fröhliches Black History Century."
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